Das Innsbrucker Startup develooper verfolgt ein ganz besonderes Konzept, es verbindet maßgeschneiderte Web-Services mit Social Entrepreneurship. Das junge Unternehmen setzt gezielt auf Flüchtlinge als Angestellte und schafft so Perspektiven für die Zukunft.

 Eine verrückte Geschichte

Co-Founder und IT-Spezialist Ammar Al Khatib flüchtete Anfang 2015 aus Syrien. Wenige Monate später traf er in Innsbruck auf Kathrin Treutinger und die Chance, sein Wissen einzusetzen. Treutinger arbeitete gerade an der Organisation des Startup Events Skinnovation und benötigte dafür eine Website. Um weitere Personen für ihr Team und allen voran einen Informatiker zu finden, hatte sie die Idee einfach mal im Flüchtlingsheim nachzufragen. In Al Khatib wurde sie fündig. Doch bei der Website für Skinnovation sollte es nicht bleiben. Sie erkannten ein Bedürfnis am Markt und sahen das Potenzial bei den Flüchtlingen. Die Idee war geboren und es folgte die Gründung einer Web Development Agentur.

„Es gibt sehr viele qualifizierte Fachkräfte, aber das Potenzial wird noch viel zu wenig genutzt.“

develooper

Das etwas andere Startup

Develooper hat die wichtigsten Services einer IT-Beratung im Portfolio. Der Clou dabei, um Programmierung, SEO oder Design kümmern sich ausschließlich Flüchtlinge. Asylsuchende dürfen dreimonatige, berufsbildende, unbezahlte Praktika durchführen solange sie noch keinen anerkannten Status haben. Entlohnt werden Sie mit Praxiserfahrung und der erleichterten Integration in den Arbeitsmarkt. Für die Gründer stellt die hohe Fluktuation dabei kein großes Problem dar. Werden Angestellte von großen Dienstleistern abgeworben, oder machen sich gar selbstständig, freut es die Unternehmer. Develooper ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Jeder gewinnt

Gewinnen möchte das Team auch bei den Wettbewerben Found! und Ideegration, die von namhaften Unternehmen wie dem Roten Kreuz, Accenture und Deloitte unterstützt werden. Die Initiativen richten sich an Konzepte und Unternehmen die einen gesellschaftlichen Mehrwert stiften. Die Köpfe dahinter sind Social Entrepreneure. Sie versuchen aktuelle Herausforderungen der Gesellschaft mit innovativen Konzepten zu begegnen und dabei ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen aufzubauen.

„Oftmals haben wirklich wunderbare Initiativen kein funktionierendes Business Model“

Business for-profit

Die beiden Gründer sehen Develooper eben nicht als reines Integrationsprojekt. Der Fokus liegt auf Wachstum und Rentabilität. Der klassische for-profit-Ansatz wird hier jedoch um eine soziale Komponente erweitert. Das Konzept trägt schon jetzt Früchte. Es wurden bereits mehrere Projekte mit internationalen Kunden realisiert. Darunter ein Schweizer Internet of Things Unternehmen und der Berlin Talent Summit. Geschätzt wird dabei die hohe Geschwindigkeit. Ein Vorteil den Startups aufgrund der agilen und energiegeladenen Unternehmenskultur mitbringen.

Rosige Zukunftsaussichten

Die Marschroute ist klar, nach abgeschlossener Gründung und erfolgreichen Markteintritt, sollen nun weitere Aufträge folgen. Zusätzlich sollen fünf bis zehn Flüchtlinge das Team im kommenden Jahr verstärken und wertvolle Praxiserfahrung sammeln. Wie rasant die Entwicklung voran schreitet wird sich zeigen, aber Eines ist jedenfalls sicher, das junge Business stiftet Mehrwert – ob als Integrationssprungbrett oder Dienstleister für Unternehmen.