Viele Studenten arbeiten, um sich das Studium finanzieren zu können. Meistens geschieht dies im Rahmen der allseits beliebten geringfügigen Beschäftigung. Jedoch ist dies nicht die einzige Möglichkeit um sich während des Studiums ein Zubrot zu verdienen. Mehr und mehr Studenten wählen den Weg in die Selbstständigkeit. Dafür hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren zahlreiche Erleichterungen geschaffen. Die wichtigste davon war die Einführung des „Neuen Selbstständigen“.

Als neue Selbstständige bezeichnet man Personen, die aufgrund einer betrieblichen Tätigkeit Einkünfte aus selbstständiger Arbeit erzielen und dafür keine Gewerbeberechtigung benötigen. Dies können eben auch Studenten sein, die ihr Wissen bereits neben dem Studium versilbern, aber nicht in einem dauerhaften Arbeitsverhältnis stehen wollen/ können. Beispiele dafür sind EDV- Techniker, Eventmanager, Übersetzer, Musiker, Autoren…. Die Leistungserbringung erfolgt mittels Werkvertrag. Das bedeutet, dass der Neue Selbstständige dem Auftraggeber ein Werk oder einen bestimmten Erfolg schuldet und nicht ein Bemühen wie in einem klassischen Arbeitsverhältnis. Im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer sind sie wirtschaftlich unabhängig, nicht in den Betrieb eingebunden, verwenden ihre eigenen Betriebsmittel und können sich sogar von Dritten vertreten lassen (außer der Werkvertrag sieht eine persönliche Leistungserbringung vor). Sie müssen sich aber auch selbst versichern, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen das Zwölffache des Geringfügigkeitsbetrages (zur Zeit 415,72€, somit 5.420,64 €) überschreitet. Weiters sind sie einkommensteuerpflichtig. Das bedeutet, dass ab einem Einkommen von 11.000 € ESt abzuführen ist. Speziell für Studenten ist wichtig: Durch die Selbstständigkeit können nicht nur Arbeitsmittel, sondern auch Studienmittel (Bücher, Laptop usw.) von der Steuer abgesetzt werden. Also: Belege aufbewahren! Ein wichtiges Detail für all jene, die Studien- und Familienbeihilfe beziehen: Hier beträgt die Zuverdienstgrenze 10.000€. Bei Überschreitung müssen die Beihilfen anteilig wieder zurückbezahlt werden.

Jedoch können nicht alle Berufe einfach so ausgeführt werden. Betreibt man ein reglementiertes Gewerbe, so ist eine Gewerbeberechtigung – ein Nachweis über die Befähigung zur Ausübung des Gewerbes -nötig. Hat man diese, erfolgt die Leistung wiederum über Werkverträge und es kommen dieselben Bestimmungen zur Anwendung wie für Neue Selbstständige –  natürlich mit einigen Ausnahmen. So ist hier eine Meldung der Tätigkeit bei der SVA und der Gewerbebehörde sowie eine Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung Pflicht. Sie beginnt mit dem Tag der Berechtigungserteilung. Unter gewissen Voraussetzungen kann auch hier die Versicherungspflicht entfallen. Ein Wehmutstropfen für Studenten: Da eine Voraussetzung die Vollendung des 57. Lebensjahres ist, müssen sich Studenten voll versichern.

Eine weitere Möglichkeit der Selbstständigkeit ist die des Einzelunternehmers (EU). Hier ist eine einzige natürliche Person Inhaber des Unternehmens, die das Unternehmen auf eigenen Namen und eigene Rechnung betreibt; sie kann aber auch Arbeitnehmer beschäftigen. Die Gewerbeanmeldung erfolgt unkompliziert bei der Bezirksverwaltungsbehörde des Unternehmensstandortes. Handelt es sich um kein freies Gewerbe, so benötigt man auch hier eine Gewerbeberechtigung. Hat man diese nicht oder kann sie nicht erlangen, so besteht die Möglichkeit einen gewerblichen Geschäftsführer zu bestellen.

Eine Eintragung im Firmenbuch ist nicht zwingend, kann jedoch freiwillig erfolgen. Ab einem Umsatz von 1 Mio. € oder 700.000 € in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ist die Eintragung (und auch Bilanzierungspflicht) bei allen Unternehmen verpflichtend.

Bezüglich der ESt wird – wie der Neue Selbstständige – der EU selbst veranlagt, nicht sein Unternehmen. Sie richtet sich nach der Bemessungsgrundlage, die alle Einkunftsarten des EU zusammenfasst. Die ersten 11.000€ Gewinn sind auch hier wieder steuerfrei.

Der EU hat wie andere Unternehmen USt abzuführen. Eine Ausnahme stellt die sogenannte Kleinunternehmerregelung dar, bei der Umsätze unter 30.000€ USt- frei sind. Hier fällt dann jedoch die Möglichkeit eines Vorsteuerabzugs weg.

Man sieht, dass man, um sich neben dem Studium etwas dazuverdienen zu können, nicht nur auf eine geringfügige Beschäftigung angewiesen ist, sondern auch selbst aktiv seine Dienste im Rahmen der Selbstständigkeit anbieten kann. Dies bringt einerseits den Vorteil, dass man nicht den engen Vorgaben eines klassischen Arbeitsverhältnisses unterliegt, sondern sich die Gestaltung der Arbeit frei einteilen kann, andererseits den Nachteil, dass man sich bei Werkverträgen selbst um eine Versicherung kümmern muss und auch nicht in den Genuss der Vorteile des Arbeitsverhältnisses wie Krankenstand kommt. Auch die Auftragslage kann stark variieren, wobei hingegen beim klassischen Arbeitsverhältnis das Einkommen relativ sicher ist. Kurz: Man muss sich des Unternehmerrisikos bewusst sein.