Der Begriff des „Startups“ wird immer breiter und zieht sich mittlerweile durch alle Branchen. In Innsbruck gibt es mit Cubile ein äußerst innovatives Medizintechnik-Startup, welches gerade in den USA nach Investoren und Kontakten sucht. Um mehr über die Pläne und die Geschichte des jungen Unternehmens zu erfahren, trafen wir uns mit dem Gründer Dr. Johannes Hilbe.

Was ist Cubile Health?

„Cubile“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Bett oder Schlaflager. Das Startup steht für ein vielversprechendes Tiroler Unternehmen, dass unter anderem beim Jungunternehmerpreis 2016 der WK-Tirol den ersten Preis gewonnen hat. Der Chef Johannes Hilbe: „Wir hatten eine recht erfolgreiches Jahr, da wir zusätzlich auch den Clusterpreis „bestes life science“ Projekt bekommen haben. Diese Preise bestätigen uns zum einen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zum anderen ist die Außenwirkung natürlich unbezahlbar. Die Preise sagen ja nichts Anderes aus, als dass fachkundige Juroren sich mit uns beschäftigt haben und an uns glauben. Das ist mit herkömmlicher Werbung nicht machbar.“

„we make foam speak“ und die Vision dahinter…

Schaumstoff nimmt die kleinsten Bewegungen unseres Körpers auf. Diese Daten in nützliche Informationen wie z. B. die Herzfrequenz umzusetzen, ist eine Aufgabe mit riesigem Potential. Dementsprechend möchte Cubile mit einer Hardware und Software verschiedene Märkte bedienen. Der „Health Monitor“ soll jedenfalls Atem- und Herzfrequenz und weitere wichtige Daten detektieren. Dadurch sollen medizinische Diagnosen viel genauer und individueller werden. Cubile – eine Idee mit Zukunft.

Die Grundsätze

Einer der wichtigsten Grundsätze ist, dass es im Alltag – ob im Krankenhaus oder zu Hause – nicht stören soll. Es ist da, aber man bemerkt es nicht. „Invisible, minimized, highly integrated, deeply embedded, compact, low power…“ lautet das Motto auf der Cubile-Homepage. Die Informationsaufbereitung folgt diesen Grundsätzen, indem auffällige kritische Veränderungen aktiv angezeigt werden.

„From wearables to hideables“ und „to make foam speak“

Wir glauben, dass viele Menschen übersättigt sind von all diesen tragbaren Gadgets, und gehen deshalb unseren Weg, der sehr einfach und ohne zusätzliche Aufwände für den Konsumenten und Gesundheits-Institutionen sein soll“, verratet Hilbe. Es scheint ausreichend zu sein die Ergebnisse bzw. den Gesundheitszustand visualisiert zu bekommen, denn das Gerät dazu bräuchte man nicht zu sehen. Bezüglich der Arbeitstechnologien sind mehrere Dinge ausschlaggebend. Zum einen die analoge Seite. Hier ist es wichtig ein möglichst gutes Signal mit wenigen Störfaktoren zu bekommen. „Die digitale Signalverarbeitung ist enorm wichtig, um die Qualität des Signals nochmals zu verbessern“, fügt Hilbe hinzu. Es geht dabei auch darum, die Signale so zu trennen, dass aus dem ganzen Signal z. B. nur noch die Atem- oder Herzfrequenz sichtbar ist. Der größte Aspekt betrifft die Programmierung der Apps: „Hier testen wir gerade eine Plattform bei welcher ein Code geschrieben werden muss, und dann auf die drei großen Betriebssysteme von Microsoft, Google und Apple kompiliert werden kann.“

Health & Care

Hier wird das größte Potential verortet, da mit Cubile nicht nur die Qualität der Versorgung gesteigert werden kann, sondern auch Ressourcen effizient eingesetzt werden können. „Der Patient wird dabei quasi im Schlaf überwacht. Das Pflegepersonal kann Überwachungsgänge reduzieren, da Cubile zeitnah die Informationen bereitstellt, dass im Zimmer alles in Ordnung ist“, erklärt Hilbe. Aber auch in Ambulanzen, Notfallfahrzeugen und sogar beim Hausarzt werden Einsatz-Potentiale gesehen.

Wellness & Lifestyle

Cubile ermöglicht es Wellness-Resorts einen detaillierteren, umfassenden individuellen Gesundheits-Bericht als Ergänzung für ihre Kunden anzubieten. Wiederum berührungslos wertet Cubile Pulsfrequenz und Atemmuster aus. Basierend auf diesen Informationen werden Vitalparameter sowie Schlafqualität und Fitness-Level berechnet. Die versprochenen Erholungseffekte werden dadurch quantitativ dargestellt und man kann sich darunter etwas vorstellen.

Transport und wie das Risiko für Unfälle verringert wird

Schlafen und Autofahren ist vielfach „unproduktive Zeit“. „Warum nicht diese Zeit nützen und die eigene Gesundheit überwachen“, fragt Hilbe und kommentiert: „Wichtiger erscheint es jedoch für die professionellen Transportbeschäftigten wie Piloten-, Zug und Busfahrer. Diese könnten ebenfalls von Cubile profitieren, etwa durch ein detailliertes Feedback zum Gesundheitszustand oder eine Warnung, falls Parameter ungewöhnlich oder gefährlich werden sollten.“

Gesundheitssystem adé – We want future, we want more

Der Schaumstoff wurde eigentlich zufällig entdeckt. Die digitalen Möglichkeiten, die in diesem Stoff erkannt wurden, das ist die Innovation von Cubile. Man kann damit eine ganze Bandbereite an Parametern überwachen. Das wurde bisher mit recht aufwändigen Methoden durchgeführt. Zusätzlich werden durch Cubile Schlaf oder Aktivität quantifiziert, was bis dato nur sehr subjektiv festgestellt werden konnte.

Wo bleibt die Knete – Oder: Die ewige Suche nach den Investoren

Hilbe verneint, dass man in der Branche letztlich nur mit US-Investoren überleben kann. Denn er meint, dass es mittlerweile eine recht florierende Szene an Business Angels wie auch anderen Finanzierungsmöglichkeiten in Österreich und der EU gebe. Hilbe verrät, das der Schritt in die USA derzeit noch zu früh für das Unternehmen wäre. Aber es gebe bereits einige interessierte Investoren.

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