Vielfältigkeit auf allen Ebenen

In diesem Jahr verschieb sich das Europäische Forum Alpbach dem Thema der „Neuen Aufklärung“. Neben dem vielfältigen Hauptprogramm bietet das Forum Alpbach diverse Summerschools wie die Alpbach Summer School on Entrepreneurship an. Bereits zum zweiten Mal konnten Teilnehmer/-innen gemeinsam mit Expert/-innen an ihren Geschäftsideen feilen und sich intensiv mit ihren Projekten auseinander setzen.

Einmal jährlich verschlägt es tausende Wissenschaftler/-innen, Wirtschaftsexpert/-innen, Poltiker/-innen und hunderte weitere Interessierte an das Ende des Tiroler Alpbachtals. Dort werden seit 1945 im Rahmen des Europäischen Forum Alpbachs aktuelle Fragen und Herausforderungen erörtert. Neben dem umfangreichen Kongressprogramm des Forums, gibt es auch diverse andere Angebote, wie zum Beispiel die Alpbach Summer School on Entrepreneurship, die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand. Dieses gemeinsame Projekt des Forum Alpachs und dem I.E.C.T. (Institute for Entrepreneurship Cambridge –Tirol / Hermann Hauser)  hat sich zum Ziel gesetzt, angehenden Unternehmer/-innen bei ihren Projektideen zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich nicht nur von Expert/-innen inspirieren zu lassen, sondern direkt mit diesen in Workshops und Coachinggesprächen an ihren Geschäftsideen zu feilen.

„Es gibt viel zu lernen“

Erst einige Minuten sitze ich in der Küche der „Werkstätte Wattens“, dem neuen Unternehmerzentrum in Tirol, in dem der „Break-Out-Day“ der Alpacher Summer School stattfindet. Es dauert nicht lange bis mich ein aufmerksamer Teilnehmer entdeckt und auf Englisch fragt, wieso er mich in dieser Woche zum ersten Mal sieht. Nachdem ich Wolfang Walcher erkläre, dass ich einen Beitrag über die Summer School schreibe, frage ich ihn sogleich, wie er seine bisherigen Eindrücke beschreiben würde. Walcher bestätigt mein Gefühl, dass die Grundstimmung der Teilnehmer/-innen äußerst positiv ist. „Neben den außergewöhnlich guten Coaches haben sich hier sehr viele intelligente Menschen versammelt“, erklärt Walcher. Äußerst selbstreflektiert meint Walcher, der bereits Erfahrung in der Startup Gründung gesammelt hat,: „Es gibt viel zu lernen.“ Dabei scheint ihm vor allem der anwendungsorientierte Ansatz der Lehrenden zu gefallen: Neu erlernte Dinge, sollen auch wirklich angewendet werden. Daher wird mir umgehend erörtert, wie das neue Wissen die eigene Unternehmensstrategie bereichert. Diese praktische Herangehensweise wundert nicht, denn die Philosophie des I.E.C.T. lautet „We produce successful entrepreneurs.“ Dabei ist die Summerschool nur eine von vielen Projekten, die das I.E.C.T verfolgt und unterstützt.

Lauschen, Lernen, Netzwerken

„Was musst du bedenken wenn du ein Startup gründest“, fasst Magdalena Hauser, Director of Operations I.E.C.T, knapp und bündig das Ziel der Summer School zusammen. Sechs Mentoren aus Österreich und England helfen den Teilnehmer/-innen bei der Ausarbeitung ihrer Startup Konzepte. In eigenen Sessions beschäftigen sie sich einzeln mit den angehenden Unternehmer/-innen, deren Stundenplan gut gefüllt ist. Denn neben den Mentoren Gesprächen, lauschen sie jeden Tag den Vorträgen von Keynote Speakern und nehmen an Workshops teil. Spaß und Erholung sind aber auch eingeplant. Dabei dienen gemeinschaftliche Aktivitäten sowie ein köstlicher Grillabend aber nicht nur der Erholung und der Verzauberung des Gaumens, sondern sollen zum aktiven Netzwerken genutzt werden.

Trotz des engen Zeitplanes und dem Stress, herrscht aber eine ausgelassene Stimmung. Während nachmittags frische Smoothies und kleine Desserts gereicht werden, gesellt sich gut gelaunt Bettina Baumgartner zu mir. Die PHD-Studentin verrät, dass sie als Chemikerin aus einem ganz anderen Bereich kommt und diesen Entrepreneur-Weg ursprünglich nie angestrebt hatte. Ihre Forschungsarbeit hat sie dann zur Summer School gebracht. „Es ist eine komplett andere Welt“, erklärt sie „ich muss mich erst daran gewöhnen, dass vieles geschätzt wird.“

Ansteckender Enthusiasmus

Sowohl das Programm, als auch die (angehenden) Gründer selbst, zeichnen sich durch seine Vielfältigkeit aus. „Es sind Teilnehmer aus ganz Europa dabei. Erfreulicherweise ist die Frauenquote im Vergleich zum vergangen Jahr gestiegen“, berichtet Magdalena Hauser vom I.E.C.T. Bereits Anfang des Jahres bewarben sich potentielle Teilnehmer/-innen aus ganz Europa mit ihrer Geschäftsidee und stellten sich einem intensivem Skype Interview. Gesucht wurden vor allem Projekte, die durch ihre Neuheit, Innovation und Nachhaltigkeit überzeugen. Augenscheinlich wurden wirklich die besten Bewerber/-innen ausgewählt, denn Mentorin Yupar Myint und Programmdirektorin der Summer School freut sich über die hohe Qualität der Ideen und den Enthusiasmus der Teilnehmer/-innen. Gerade dieser Enthusiasmus liegt in der Luft, wenn die Teilnehmer/-innen sich über ihre Projekte austauschen oder über die hochkarätigen Vortragenden und Mentor/-innen, wie Yupar Myint und Hermann Hauser, sprechen.

Für eine Weile setzte ich mich zwischen die Teilnehmer/-innen und lausche den Worten eines Vortragendens. Dieser zeigt den (angehenden) Unternehmer/-innen, wie sie ihren Pitch vorbereiten. Witzig, durchdacht, professionell und informativ gibt er sein Wissen an die aufmerksame Gruppe weiter. Eines ist für mich nach diesem Tag klar: Die Forum Alpbach Summer School hilft den Teilnehmer/-innen sich selbst und ihre Startupideen bestmöglich vorzubereiten.