Noch 10, 9, 8, … zählt Coach Tami in nicht zu überhörender Lautstärke runter. Ein Blick in die verschwitzten Gesichter der vielen Sportler lässt erahnen wie anstrengend die Trainingseinheit sein muss. Kaum bei null angekommen, geht es mit der nächsten Übung weiter. Jeder Einzelne versucht sich noch einmal zu pushen – gemeinsam für das eigene Ziel alles zu geben. Und das ist wohl auch genau das, was die BASEFIVE ausmacht.

„Ich wollte eine richtig coole Community schaffen“, erzählt Phil Weber über den Grundgedanken der zurzeit wohl angesagtesten Trainingsstätte in Innsbruck. Gemeinsam mit Tamara Riesterer bietet der 27-Jährige ein ganzheitliches und funktionelles Fitnesstraining nach einem, für diesen Raum, eher unbekanntem Konzept an.

Nach einer funktionellen Bewegungsanalyse und einem individuell erstellten Trainingsplan baut jede Einheit auf grundlegende Bewegungsmuster, wie beispielsweise Kriechen und Krabbeln, auf. Dass das kein „Zuckerschlecken“ ist, wird einem bereits beim Zuschauen klar. Stagnation Fehlanzeige, denn Phil und Tami sprudeln nur so vor Ideen, wenn es darum geht mehr aus deinem Körper herauszuholen.

BASEFIVE Training

Nicht alle kamen mit der Selbstständigkeit gut klar

Seit über einem Jahr stecken die beiden Sportstudenten ihr Herzblut in die BASEFIVE. Angefangen haben sie jedoch zu fünft. Nachdem sich Phil, der bereits Outdoor Circuit nach Innsbruck geholt hatte, sicher war, ein „richtig cooles Team“ gefunden zu haben, konnten die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Im Mai 2015 eröffnete die BASEFIVE nahe der SOWI im Innsbrucker Stadtzentrum. Über ein Jahr später ist das Team auf zwei Köpfe geschrumpft: „Ich habe zu viel das Team gesucht. Dabei funktioniert das Miteinander in einer kleineren Gruppe viel leichter und man kann sich auf die gleichen Visionen konzentrieren. Außerdem haben wir fünf festgestellt, dass nicht alle so gut mit der Selbstständigkeit klarkamen“, fasst Phil zusammen. Und würden sie nochmal vor der Entscheidung stehen, wen die beiden jungen Unternehmer ins Boot holen, dann würde „ich mehr darauf achten, dass Personen dabei sind, die sich in ihrer eigenen Fachrichtung gut auskennen und sich als Team gegenseitig ergänzen“, meint Tami.

Das Team hinter BASEFIVE

Eine große Hilfe war der Steuerberater

Grundfragen wie: Woher bekommen wir Geld?, welche Gesellschaftsform ist die Richtige?, wie versichern wir uns am Besten? und wie geht das mit der Steuererklärung?, bereiteten viele unruhige Nächte.

Die erste Anlaufstelle war die Wirtschaftskammer, doch „daraus sind wir nicht schlau geworden“, schmunzelt Phil, der nach jeder Antwort erneut Fragezeichen im Kopf hatte. Wirkliches Glück und eine große Hilfe sei ein guter Steuerberater gewesen. Er konnte zumindest für den Anfang dem bürokratischen Wirrwarr einen roten Faden geben und das Startup auf die richtige Bahn lenken. Doch bedingungslos vertrauen sollte man auch dann nicht. Wenn man nachher jede Minute am Telefon auf der Rechnung wiederfindet, ist es für einen Jungunternehmer nicht die richtige Unterstützung. Was beide auch erst lernen mussten, dass ein „ja“ nicht immer „ja“ bedeutet. „Wenn ich alles geglaubt und es mir zu Herzen genommen hätte, was mir Leute versprochen haben, dann hätte ich das letzte Jahr nur geweint“, erzählt Phil mit einem Grinsen im Gesicht.

Einen Profi suchte sich das BASEFIVE-Team auch für das Design. „Ein guter Grafiker, der auf deinen Geschmack eingeht ist einfach nicht mit einem hilfsbereiten Freund und Hobby-Grafiker zu ersetzen“. Und gerade im Sport müsse auch ein guter Versicherungsberater her. Referenzwerte für die Preise der Kurse haben sich die beide Mitte Zwanzigjährigen bei anderen Studios (hauptsächlich in Deutschland) geholt.  Mit einem Jungunternehmerkredit und ein wenig Eigenkapital startete letztendlich der Weg in die Selbstständigkeit und irgendwie auch ein bisschen in die Ungewissheit.

Man muss viel ausprobieren

Auch nach über einem Jahr BASEFIVE liegt die größte Herausforderung darin im JETZT zu arbeiten, an MORGEN zu denken und für ÜBERMORGEN zu planen. „Es ist nichts mehr vorgegeben, du musst viel ausprobieren und viele Ideen haben“. An Einfällen scheint es den Beiden jedoch nicht zu mangeln. „Jetzt weiß ich auch was schlecht schlafen bedeutet. Mein Kopf ist immer voll. Der monatliche Stammtisch hilft zwar beim Abschalten, aber macht aus den üblichen vier bis fünf Stunden Schlaf auch nicht mehr“. Schlimm sei das aber nicht, denn bei allem was sie machen, steht der Spaß an vorderer Stelle.

Ein Fitnessstudio in den Bergen, diesen Traum haben sich beide schon erfüllt. Und obwohl es nur Zufall war, sind Tami und Phil froh, in einer der coolsten und angesagtesten Sportstadt leben und arbeiten zu dürfen, vor allem aber Teil einer immer stärker wachsenden BASE-Community zu sein. In den kommenden Monaten startet der Ausbau der BASEFIVE. Neue Trainingsräume, eine Bar und eine Chilloutzone sind geplant und sollen die #BILDYOURBASE-Gemeinschaft weiter wachsen lassen.