Am 25. Juni 2017 wurde an der FH Kufstein die TEDx Konferenz veranstaltet – bereits zum zweiten Mal. Ein Review über die Begegnung mit inspirierenden Persönlichkeiten.

Was ist TED?

TED steht für Technology, Entertainment und Design. Ursprünglich handelt es sich dabei um eine Innovations-Konferenz, die seit 1990 jährlich in den USA abgehalten wird. Unter dem Leitgedanken „ideas worth spreading“ werden Vortragende aus allen möglichen Disziplinen und Berufsfeldern eingeladen, die ihre außergewöhnlichen Ideen und Erfahrungen präsentieren. Diese Veranstaltung ist – nicht zuletzt durch die Verbreitung von Videos über Youtube – so erfolgreich, dass seit 2009 weltweit Ableger unter dem Namen „TEDx“ von unabhängigen Organisatoren, z. B. Universitäten, veranstaltet werden.

Ein Tiroler TEDx

So auch letzten Samstag an der FH in Kufstein. Das Motto lautete „Beautiful Minds“, und solche fanden sich zu Hauf. Die ca. 100 Teilnehmer kamen im Laufe des Nachmittags bzw. Abends in den Genuss von zehn beeindruckenden Vorträgen zwei davon Videobeiträge –, die zeitlich mit jeweils 18 Minuten angesetzt waren. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, im Vordergrund stand auch das Networking, wofür die Pausen bestens genutzt wurden.

Drei der zehn Speaker und ihr Input sollen hier stellvertretend vorgestellt werden:

Arturo Vittori: „We have to change our attitude“

Als der Italiener Äthiopien bereiste, war er beeindruckt von den handwerklichen Traditionen und der Kultur der Menschen im Nordosten des Landes. Gleichzeitig konnte er beobachten, wie die Wasserknappheit die Existenz ganzer Dörfer gefährdet. Für uns in wenigen Sekunden aus dem Hahn erhältlich, müssen die Menschen dort oft stundelang gehen, um Wasser zu finden. Das ist am Ende nicht selten kontaminiert und damit gesundheitsgefährdend.

Deshalb hob der Architekt und Designer das Projekt „Warka Water“ aus der Taufe. Seit 2012 unterstützt er die bäuerliche Bevölkerung beim Bau von Wassertanks, die von den locals aus Bambus konstruiert werden. Eine neue Technologie ermöglicht die Wassergewinnung direkt aus der Luft. Auch bei den seltenen Regenfällen wird Wasser gesammelt und aufbewahrt. Vittori hat das Leben der Äthioper mit seinem Engagement ein ganzes Stück angenehmer gemacht.

Oliver von Malm: „Improve life for poor people“

Der Innsbrucker Architekturstudent arbeitete gerade an renommierten Projekten in Peking und Saudi-Arabien, als ihn der tiefe Wunsch überkam, als Backpacker die Welt zu bereisen. Oliver setzte seinen Wunsch in die Tat. Er machte sich auf den Weg. Irgendwann ging ihm dann das Geld aus und er strandete schließlich in Nairobi, Kenias Hauptstadt. Dort beschloss er, sich bei einer sogenannten „Slum Tour“ Nairobis riesiges Elendsviertel Kibera anzusehen – ein einschneidendes Erlebnis. Sein Guide war ein Lehrer aus Europa, der den Kindern des Slums gratis Unterricht gibt, um ihnen zumindest ein Mindestmaß an Bildung zu gewährleisten. Öffentliche Schulen sucht man dort nämlich vergebens.

Am Rückflug, während eines Stopovers in Amsterdam, kam Oliver die Idee: Er erinnerte sich an seine Ausbildung und beschloss von nun an Schulen für die Kinder aus den Slums zu bauen. Er konstruierte ein einfaches Gebäude, das im Stil der übrigen Bauten des Elendsviertels gehalten ist und mit den mit dort vorhandenen Materialen gebaut werden kann. Dafür nahm er Sand und Schlamm mit an die Universität Innsbruck und testete dort verschiedene Baumethoden. Oliver machte das ganze schlussendlich zu seinem Master-Projekt.

2025 werden schätzungsweise 1,8 Milliarden Menschen in Slums leben. Oliver hat mittlerweile den Bau der Schule in Nairobi in Angriff genommen und er hofft, dass sein Konzept als Vorbild dienen wird. NGOs und Menschen vor Ort könnten seine Bautechnik übernehmen und so ihre eigenen Bildungsstätten bauen. Seine Vision von Schulen für die Kinder der Slums steht jedenfalls erst am Anfang: „Every big vision has to start somewhere and this is where we start“. Die Initiavitve „Start somewhere“ ist sein Herzensprojekt.

Sebastian Scheler: „Information age is over. Welcome to experience age!“

Ihn kennen Startup-Insider als CEO von Innerspace, einem jungen Unternehmen aus der VR-Branche, das Trainings-Tools für emotionale und soziale Kompetenzen entwickelt. Sebastian ist studierter Psychologe und Experte für medizinische Informatik und Verhaltenstherapie. In seinem Vortrag ging es um zwei Dinge:

Self-Experience und Self Reflection. Beide sind laut Sebastian Scheler endlos.

Who am I – Who can I become?

Er referierte vor allem über Naikan, eine japanische Methode zur Selbsterkenntnis. Im Zentrum steht dabei die Selbst-Analyse des bisherigen Lebenswegs. Sebastian regte schlussendlich zu einem Gedankenexperiment an: Stell dir vor, du hast nur mehr ein Jahr zu leben. Was möchtest du tun? Die Konfrontation mit dem Tod macht alles relativ, die wichtigen Dinge kommen zum Vorschein. Das Ziel der Selbstreflexion ist die Stärkung der sozialen Kompetenz. Der Umgang mit den wichtigsten Bezugspersonen soll sich daraufhin grundlegend ändern und das soziale Leben, und damit ich selbst als Person, aufblühen.

Die Kernaussage von Sebastian Scheler: Believe in a greater vision of yourself!“

Alle Speaker unter: http://tedxfhkufstein.at/

Foto: startalps.co