Manche mögen sich vielleicht fragen, was denn wohl eine Bageleria sein soll. Die meisten wissen zumindest, was ein Bagel ist. Und wieder Andere sind bereits in der neuen Gönndirbrunchandlunch-Adresse in Innsbruck Stammgäste. Um mehr Licht ins Dunkel zu bringen, trafen wir uns mit dem Gründer Fabian auf einen leckeren Bagel.

Tja, very British indeed

Die Idee enstand bei einem Wochenendtrip nach London. In Bricklane stießen sie auf die sagenumwobenen Saltbeef Bagel. Plötzlich klingelte es beim Jungunternehmer. Auch wenn es ein Problem mit den Behörden und den Auflagen seitens der Stadt gibt, geht es der Bageleria mittlerweile gut. Es schmeckt und die Kunden sind zufrieden. Der Existenzgrund für die erste Bageleria in Tirol ist leicht gefunden: Es gibt wenige Alternativen, wenn es schnell gehen und dennoch gut schmecken soll. Wer in Innsbruck lebt, kennt mit Sicherheit gewisse Großbäckereien und deren Angebot. Fabians Vision ist es, gerade diesen Kunden eine Alternative zum konventionellen Bäckerangebot zu bieten.

Wofür die Bageleria steht…

Die Bagel sind natürlich mit Liebe gemacht. Das merkt man. Köstlich, frisch zubereitet. Die Rezepte sind alle aus eigener Hand. Fabian bemerkt: „Wir legen viel Wert auf Regionalität und zum größten Teil auf gesunde Kombinationen. Sollte sich jemand dennoch etwas „gönnen“ möchten, greifen wir gerne zum Nutella Topf in unserem Regal“. Die Bageleria möchte den Kunden ein Stück Originalität bieten, weg vom Großmarkt und ab in die Markthalle. Neben den vereinzelten Streetfoodlokalen wie „Machete Burrito Kartell“ oder ehemals „Robo Slowfood“, jetzt „Your Placel“, fehlt es in Innsbruck anscheinend an schnellem und gesunden Essen.

Ist die Bageleria gut in Tirol angekommen?

Wie soll man Erfolg beurteilen? Dem Gründer nach, hätte sich das Team nicht gerade das leichteste Publikum in Tirol ausgesucht, denn hier würden sehr viele „Alt-Eingesessene“ und Gewohnheitstiere leben. Da fällt es Fabian manchmal schwer, die Kunden vom „Bagel“ zu überzeugen, gerade wenn diese überhaupt keine Ahnung haben, was es mit dem Brot mit Loch in der Mitte auf sich hat. „Wenn jemand aber erst mal unsere Kreationen probiert hat, sehen wir diesen nochmals im Shop und teils haben wir schon ein Stück Bagelphilosophie nach Innsbruck gebracht.“ Wir gratulieren.

„Den Kunden ein Stück Originalität bieten“

Was und wer steckt hinter der Bageleria?

Hinter großen Ideen oder jedem Unternehmen steht nie nur eine Person. Zwar ist Fabian ein EPU, doch wurde ihm von zahlreichen Freunden geholfen. Sein relativ großes Netzwerk baute er sich in den letzten sechs Jahren auf. Damals war er in die Hauptstadt der Alpen gekommen, um an der SoWi Wirtschaft zu studieren. Wie fast jeder Student, musste oder wollte auch er arbeiten. Während seines Studiums hat er diverse Gastronomieerfahrung in den verschiedensten Bars und Lokalen gesammelt und neben dem Studieren gerne gekocht. So fiel es ihm dann auch leicht, sich in der WG Küche an den Herd zu stellen und verschiedenste Bagel auszuprobieren. Langsam verfestigte sich die Vision vom Bagelshop.

Die Unique Selling Proposition

Die Bagel kommen sehr schnell auf den Tisch oder in die To-Go Verpackung. Das Lokal liegt im „Financial District“ von Innsbruck, um das Lokal herum befindet sich die größte Dichte an Büros pro Quadratmeter. Dem Gründer nach schätzen die Kunden es sehr, dass ihr Essen sehr schnell zubereitet wird und es dennoch nicht an Entertainment und Liebe zum Detail fehlt.

Marketing und Investment

Netzwerke helfen. Das wissen wir alle. Auch in diesem Fall. Doch sollte man diese auch zu nützen wissen. Fabian hatte das Glück, einige Freunde durch sein Studium zu kennen, welche unter anderem Technoveranstaltungen wie GoingDeep oder das immer größer werdende Bonanza Festival veranstalten. Diese machten die ersten Testverkäufe möglich und so wurde aus Fabians Idee langsam etwas Großes. Der Traum wuchs und alles begann sich zu konkretisieren. Facebook und Instagram erledigten den Rest. Natürlich gab es vor der Eröffnung kleine Pre-Opening-Parties. Durch Mund zu Mund Propaganda wurde dies dann abgerundet.

„Bagels make your day shine brighter“

Durch die Hilfe von Freunden und ein glückliches Händchen bei Insolvenzversteigerungen, lagen die Investitionen im Rahmen des Möglichen – mit ein bisschen Hilfe von Fabians Eltern. Aber auch hier musste sicherlich Überzeugungsarbeit geleistet werden. Von Nichts kommt Nichts. Jetzt gibt es schon ein neues Jahresziel: „We want to deliver Bagels. Bagels to your bed or your company, bagels make your day shine brighter.” Klarer und deutlicher geht es nicht.

Ellbogenmentalität ist passé?

Als erste und ergo beste Bageladresse in Innsbruck gibt es die klassische Bagelkonkurrenz nicht wirklich. Dem jungen Unternehmer nach belebt die Konkurrenz jedoch das Geschäft und gerade in der Gastronomie lernt und lebt jeder vom Anderen. Das „organisierte Verbrechen“ scheint überall zu sein. Denn hier darf das von Fabian angebrachte Lob für das Burrito Kartell keinesfalls untergehen. Dessen Betreiber waren eine der größten Hilfen bei der Gründung von Fabian. Eine Win-Win Situation.

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Fotos: Gönndirbrunchandlunch