Verborgen im dichten Rotkäppchenwald unter der Nordkette liegt ein kleines Stück Hipster-Paradies versteckt. Mit Wänden aus Naturholz und WiFi-Anschluss ist die Umbrüggler Alm nicht nur ein postmoderner Mix aus Natur und Luxus, sondern auch ein beliebter Arbeitsplatz für solche, die ihren Arbeitstag mal lieber nicht am Schreibtisch verbringen.

Wer wird nicht irgendwann müde von der stickigen Heizungsluft und kennt die Bilder an der Wand auswendig? Sieht nicht etwas zu oft auf die Uhr und kann sich die sehnsüchtigen Blicke auf die sonnigen Bergspitzen vor dem Fenster nicht verkneifen? Büroluft macht müde und man hat das ständige Gefühl, etwas Unbestimmtes da draußen zu verpassen.

Macbook Air hat hier Abhilfe geschaffen. Seit man den gesamten Schreibtisch in Form und Gewicht einer Toastscheibe in die Laptop Tasche packen kann, ist der graue Arbeitsalltag out. Es steht einem Ausbruch aus dem ewig faden Arbeitsplatz plötzlich nichts mehr im Wege.

Die Umbrüggler Alm gibt es eigentlich schon seit immer. Mit Kühen und Schafen im Stall gehörte sie zum Umkreis Innsbruck dazu. Doch in den letzten 34 Jahren lag die Erde brach, der Platz verwucherte und die Alm geriet allmählich in Vergessenheit. Erst das Projekt der Vorarlberger Architekten Ludescher und Lutz brachte den Geheimplatz 2015 wieder zum Blühen.

Die etwas sonderbare Holzwabe blinkt seit November letzten Jahres freundlich aus dem sattgrünen Wald hervor. Sonja Schuetz heißt die engagierte Pächterin der auferstandenen Hütte. Sie schmeißt den Betrieb in luftiger Höhe mit persönlicher Note und jeder Menge Überzeugung.

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“Hier geht Qualität vor Quantität”

“Ich bin eine Qualitäts-Fanatikern.”, beschreibt sich Schuetz selbst. Sie hat viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet. Nach einer Konditorlehre folgten Lehr- und Wanderjahre in verschiedenen Sternehotels und Michelin Küchen. Kurz: Sonja hat viel gesehen und weiß heute ganz genau, was sie will. “Wir setzen auf hohe Standards. Sei es bei Mitarbeitern als auch bei Lebensmitteln. Wir kochen nur frisch und wählen die Lebensmittel gründlich aus. Das ist manchmal nicht leicht, den Gästen klarzumachen. In Tirol hat die Wertschätzung von hochwertigen Lebensmitteln noch einen weiten Weg vor sich. Man tankt teuren Sprit, damit es dem Auto gut geht. Sich selbst vergisst man dabei.”

Alles klar, hier geht Qualität vor Quantität. Dass das Team der Umbrüggler Alm diese Philosophie auch mit voller Überzeugung lebt, kann man sehen, hören und schmecken. Sauberes Naturholz und gläserne Front. Das Menü ist klein, aber dafür handgeschrieben und führt saisonale Speisen. Im Herbst stehen Rehlasagne und Kürbis auf der Karte.

Geschmacksverstärker kommen den Umbrügglern nicht ins Haus. Auch eine Fritteuse gibt es nicht. “Viele Gäste fragen, ob sie Pommes haben können.”, erzählt die Vollblut-Gastronomin. “Wir machen uns die Mühe, ihnen unsere Philosophie zu erklären. Einfach ist das nicht immer, denn sie sind ihre Currywurst gewöhnt. Aber uns ist es das wert, wir wollen authentisch bleiben.”

Wer hat schon Angst vor dem Anstieg bekommen? Keine Sorge, die Alm ist auch für Couchpotatoes und Bürohengste leicht erreichbar. Mit dem Bus von Innsbruck Mitte ist man schnell bei der Hungerburg. Von dort aus führt ein gemütlicher Spazierweg durch den schattigen Wald. Für die Gehfaulen und Tretfleißigen ist die Strecke auch sehr gut mit E-Bike oder Mountainbike befahrbar. Wem diese Herausforderung nicht reicht, kann auch den Weg über das Höttinger Bild nehmen. Gerüchten zufolge sollen noch mehr Wege zur Alm führen. Auch wenn an der Beschilderung noch etwas gearbeitet werden muss: Hier kann sich jeder die Route nach seinem Geschmack aussuchen.

In der Außenseite der Alm finden sich langgezogene Holzbänke mit Panoramablick für die Postkarte.

“Was hat Macbook Air mit der Umbrüggler Alm zu tun?”

Und was hat das Macbook Air mit der Umbrüggler Alm zu tun? Ganz einfach. Die Alm mit WiFi und weiteren Specials eignet sich als ruhige Arbeitsumgebung mindestens genauso gut wie der Schreibtisch zuhause.

“Wir haben einige Gäste, die jeden Tag hierher kommen, um ihre Arbeit zu erledigen. Sie genießen die Sonne und die frische Luft und können gleichzeitig ihren Arbeitstag bewältigen.”, erzählt die Pächterin. “In letzter Zeit haben wir auch junge Startup Unternehmen hier, die sich einen Tisch auf dem Balkon schnappen, die Flipchart auspacken und ihre ganztägigen Team Meetings bei uns abhalten.” Das stört die Umbrüggler überhaupt nicht. Sie sind froh, dass die jungen Leute diesen ganz besonderen Platz als Arbeitslocation ausgewählt haben.

Wer gleich die ganze Firma zum Meeting mitbringen möchte, oder ein Seminar an einem ungewöhnlichen Ort abhalten will, der sollte den Innsbrucker Saal im Inneren der Hütte früh genug buchen. Diese Räumlichkeit bietet Platz für 40 Personen und ist mit Flipchart, Laptop und Tischen ausgestattet. “Die Gruppen können hier ungestört den ganzen Tag arbeiten und für die Pausen zwischendurch die Sonne draußen genießen.”, erklärt Sonja.

Auch wer Angst vor DJ Ötzi im Hintergrund hat, kann seine Bedenken zu Hause lassen. Auf der Umbrüggler Alm arbeitet man ungestört. Es wird aus Prinzip keine Musik gespielt. “Alle haben einen anderen Musikgeschmack, manche wollen am liebsten gar keine Musik hören. Jedem kann man es nie recht machen. Deshalb gibt es bei uns einfach gar keine Musik. Wir sind jetzt seit fast einem Jahr hier und es hat sich noch niemand darüber beklagt.”, so Sonja Schuetz. Diese klare Linie ist es, welche die hippe Almhütte so authentisch und sympathisch wirken lässt.

Die Alm ist ganzjährig geöffnet, nur am Dienstag und Ende Juli macht die Holzwabe ihre Türen dicht. Wem es draußen zu kalt wird, kann sich einen Tisch im kuscheligen Innenraum aussuchen. Durch die großzügige Glasfassade muss auch drinnen niemand auf das weite Panorama verzichten.

Na los, worauf wartet ihr? Hängt euch die Laptoptasche um und los geht’s. Krieg den Büros und Friede den Hütten. Gönnt euch im alpinen Edelstarbucks über Innsbruck einen ganz besonderen Arbeitstag.