Das Fablab der Werkstätte Wattens

Dr. Christian Teissl leitet das Center for Rapid Innovation/Fablab. Wir besuchten ihn & sein Team und erkundigten uns nach den Startups, die sich dort angesiedelt haben. Was kann man als Besucher und Nutzer vom Fablab erwarten?

Was ist das Center for Rapid Innovation?

Das Fablab im Tiroler Unterland bietet Startups einen Experimentations- und Produktionsort. Leiter Teissl erklärt uns, dass es bei den meisten Labs zunächst um den schnellen und effizienten Prototypenbau, das sog. Rapid Prototyping geht. Im Fablab kann eine Produktidee schnell und kostengünstig entwickelt, getestet und verbessert werden. Im Systems Engineering spricht man dabei vom „Fail-Fast“ Prinzip. Der Begriff lässt sich auch auf die Produktentwicklung übertragen. Vorteile eines Fablab sind, dass die (Produkt-)Idee rasch auf ihre Umsetzbarkeit getestet und Fehler erkannt werden können. Es sei „ein bisschen wie in der Natur, welche von Generation zu Generation über Trial-and-Error perfekt angepasste Lösungen innoviert – oder eben auch verwirft“, so Teissl.

Unternehmer lernen also einiges über die Fertigung des Produkts. Ob sich das Lab dann auch für die Serie eignet, hängt vor allem von der Funktion und Qualitätsansprüchen des Produkts sowie den angestrebten Stückkosten ab.

Top-Technologie wird zur Verfügung gestellt

Auf einer Fläche von 300m² stehen im Center for Rapid Innovation fünf hochmoderne Labs zur Verfügung. Im Central Lab findet man 3D-Drucker, 3D-Scanner, einen CO2-Laser Cutter und einen Vinylcutter. Im CNC Lab eine mittelgroße und eine große Portalfräse, im Material-Lab einen Materialdrucker und noch einiges mehr. Ein Fab-Store, zwei Seminarräume und ein eigener Werkstattbereich runden das Angebot ab.

Der gemeinsame Nenner dieser Systeme ist, dass sie aus digitalen Daten physikalische Objekte machen. Die digitalen Daten können von einem eigenen Design (CAD-Software), einem Scanner, oder aus dem Web kommen. Je nach Form, Funktion und Material eignen sich dann die unterschiedlichsten Systeme zur Umsetzung. Teissl meint, dass das vorhandene Knowhow schlussendlich das Wichtigste sei. Seine Mannschaft bemüht sich darum, eine möglichst offene Atmosphäre zu schaffen, welche den regen Austausch von Wissen und Erfahrung ermöglicht.

Paradise lost?

Das Ziel eines Fablabs ist primär, Menschen dazu zu „befähigen“, dass Sie Ihre Projekte selbstständig umsetzen können. Das scheint hier klar und deutlich spürbar zu sein. Durch eine Mitgliedschaft erhalten die Teilnehmer zunächst eine kostenlose Einschulung an den meisten Geräten. Darauffolgend  wird man auf ein gewünschtes Gerät freigeschalten und kann es auch über das Internet reservieren.

Any difficulties?

Eine gute Idee ist erst der Anfang – der steinige Weg beginnt mit der Umsetzung. Teissl unterstreicht, dass das Fablab Team darauf ausgelegt ist zu unterstützen, Technologien zur Verfügung zu stellen und zu vernetzten. Das volle Aufbau-Projekt eines Startups kann es freilich nicht übernehmen.

„Aus meiner Sicht macht es Sinn, hier einem talentierten Mitarbeiter die Chance zu geben, die breiten Möglichkeiten des Labs kennen zu lernen – es rechnet sich letztendlich im Innovationsgrad und im Time to Market. Aber unsere Humanressourcen sind beschränkt – hier müssen die Startups selbst investieren“, fordert unser Gesprächpartner.

„How to make (almost) anything“

Das Center for Rapid Innovation ist in das Innovations-Ökosystem des Gründerzentrums der Werkstätte Wattens eingebunden. Der Fokus liegt auf Technologie, Innovation, regionaler Wertschöpfung und nachhaltigem Wachstum. Fablabs sind eine wunderbare Einrichtung – sie bieten Möglichkeiten für jedermann, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren. Sie tragen zur Demokratisierung der Industrie und der Forschung bei. Es liegt nun am Einzelnen, an diesem Prozess zu partizipieren.

„Kommt einfach vorbei und startet durch“

Das Fablab ist um einen möglichst unbürokratischen Zugang bemüht. Es gibt keine komplizierten Bewerbungsformalia oder Einschreibgebühren, keine Bindungsdauern oder Kündigungsfristen. Wer Interesse hat, kann sich einfach melden, einen Termin vereinbaren und sich vor Ort ein eigenes Bild machen.

Also, worauf wartet ihr noch?

Fotos: Fablab

http://www.werkstaette-wattens.at/de

https://www.fablabs.io/labs/criwerkstaettewattens