Innsbruck ist ein Magnet für Outdoorforcierte, allen voran für die Wintersportler. Daher ist es gar nicht verwunderlich, dass die Alpenstadt auch Modelabels aus der Sportwelt anzieht. So zum Beispiel auch Delayon. Magdalena Ozimirska ist die Gründerin und Designerin der sportlich-eleganten Klamotten und Accessoires. 2014 in München gegründet, fokussiert sich das Unternehmen seit 2015 verstärkt auf den lokalen Markt in Innsbruck.

Nicolas Metz unterstützt die Gründerin Magdalena in Sachen Marketing und Sales. Im Gespräch erzählt er vom Umzug des Startups in die Hauptstadt der Alpen, dem Standort Innsbruck und von der Philosophie des Unternehmens.

München ist größer und bietet dadurch einen potenziell größeren Kundenkreis. Wieso also der Fokus auf Innsbruck?

In München ist der Markt größer, das stimmt, aber auch die Konkurrenz ist größer. Die Marke passt aber besser zu Innsbruck. Der Umzug der Gründerin hatte jedoch primär nichts mit der Firma zu tun. Es war aber eine gute Wende für das Unternehmen, weil die Resonanz in Innsbruck viel besser, der Umgang mit den Kunden deutlich persönlicher und dadurch effizienter ist.

Was macht die Marke aus, dass sie besser nach Innsbruck als nach München passt?

Delayon bietet einen einzigartigen Stil. Elegant und sportlich, inspiriert aus der Snowboardszene, weil Magdalena und ich passionierte Snowboarder sind. Man sieht bei den Klamotten sowohl das Elegante, das Sportliche aber auch das Faul-zuhause-herumliegen. Es gibt keine Outfits für die EINE Gelegenheit. Den Hoodie zum Beispiel kann man auch bei einem legeren Meeting anziehen. Wir selbst tragen ihn viel beim Snowboarden, weil er mit dem längeren Cut schön warmhält. Im Logo ist ein Löwe, denn jeder ist ab und zu wild, frech, impulsiv und laut aber auch stilvoll und elegant  – so wie ein Löwe eben ist.

Innsbruck ist die bessere Destination für eure Marke, der Firmensitz ist aber immer noch in München. Gibt es also doch einen Haken im Gründerland Tirol?

Den Firmensitz von Österreich nach Deutschland zu verschieben wäre supereinfach, umgekehrt nicht. Dadurch dass man keine Firma bewegen kann, sondern nur neu gründen, ist diese Option für Delayon sinnlos. In Deutschland sind wir das, was umgangssprachlich eine Ein-Euro-Firma geschimpft wird: eine Unternehmergesellschaft (UG). Dabei hinterlegt man 1 Euro, inklusive Notarkosten etc. kommt man dann schon auf circa 500 Euro, aber bedeutend kostengünstiger als das Gründen einer GmbH. Ein weiterer Vorteil einer UG ist, dass man dieselben Rechte wie eine GmbH hat. Außerdem wird mit der UG in Deutschland eine juristische Person geschaffen, die auch haftet. In Österreich ist das Gründen deswegen schwierig, weil man entweder 35.000 Euro für eine GmbH einlegen muss oder als Kleinunternehmer für alles selber haftet.  Worst case – und das ist für Delayon relevant – wenn jemandem mit unseren Sonnenbrillen ein Unfall passiert, dann haftet die juristische Person. Wäre Delayon ein Kleinunternehmen, dann müsste die Inhaberin mit ihrem gesamten Privatvermögen haften.

Mit jeder Neugründung wird die Wirtschaft angekurbelt. Komplett hinderlich also, wenn den Startuplern derartige Steine in den Weg gelegt werden.

Absolut. In Österreich muss man sich zwischen einer GmbH mit hohen Gründungskosten oder einem Kleinunternehmen mit einer eventuell höheren Besteuerung und Haftung entscheiden…

Alles nicht so leicht… Zurück zu Delayon. Welche Philosophie steckt dahinter?

Wir sehen den ökologischen Fußabdruck, den jeder hinterlässt und wollen diesen bei Delayon möglichst klein halten. Die Produkte werden ausschließlich von der Gründerin Magdalena Ozimirska designt und in Europa hergestellt, eine Ausnahme gibt es: Die Bambusbrillen müssen in China hergestellt werden.

Delayon will sich absetzen von Fast Fashion, Kinderarbeit, Chemikalien und Kollektionen. Wenn ein Design gut läuft, wieso dann aus dem Verkauf nehmen? Wir wollen nachhaltige Mode zu vernünftigen Preisen anbieten. Es ist der Wille, es anders zu machen als große Unternehmen, es persönlicher zu gestalten. Das macht Delayon aus.

Höre ich eine gewisse Kritik aus deinen Worten?

In der Startup-Welt läuft einfach einiges verkehrt: Man verkauft sich zu schnell. Wenn von Anfang an der Geldgedanke mit dabei ist, kann man nur so werden, wie das System ohnehin schon ist und dann gibt es keine Möglichkeit mehr, sich noch abzusetzen, weil immer einer von oben guckt und sagt: Schau auf die Zahlen! Das ist der Grund, warum wir von Anfang an gesagt haben, wir machen es klein. Es bringt nichts, unsere Seele zu verkaufen.

Der ganze gute Wille nützt aber nichts, wenn sich am Ende kein Brot auf dem Teller findet. Wie sind die Pläne für die Zukunft?

Klar, es muss sich rechnen. Es wird sich auch sehr bald rechnen. Wir gehen in den Wintersport hinein… Mehr möchte ich noch nicht verraten – Aber sehr bald… und ich bin mir sicher, dass es vielen gefallen wird.