FAB-atelier GmbH

Das Tiroler Startup FAB-atelier ist eine Geschäftsmodellinnovation, das aufstrebende SchmuckdesignerInnen bei der Produktion, der Finanzierung und dem Verkauf unterstützt (www.fab-atelier.com). Den DesignerInnen wird ein risikofreier Markteintritt geboten, die Konsumenten haben die Chance auf limitierten Designerschmuck.

To good to be true? – Wie finanziert sich das Ganze? Und wo liegt der Haken für die jungen Schmuckdesigner bei dem Null Risiko Versprechen?

Von der Idee zum Startup

Christian Hafner heißt der Mann hinter FAB-atelier. Im Marketingbereich war er tätig für Swarovski und später bei Silhouette in Linz, dann zog es ihn wieder zurück in die Tiroler Heimat. Das war der Impuls, die lang gehegte Idee vom FAB-atelier einem Realitätscheck zu unterziehen. Die Unterstützung von CAST (Center for Academic Spin-offs Tyrol) zeigte dem Startupler vor allem eins: Seine Idee überzeugt. Der nächste wichtige Schritt war die Unterstützung vom FFG, der Forschungsförderungsgesellschaft, im Rahmen des Basisprogramm Dienstleistungsinnovation. Vergangenen September dann ein erster Workshop für Schmuckdesigner, erinnert sich Christian  Hafner: „Das war bewegend: Das Leuchten in den Augen der Designer, als sie ihr Produkt in den Händen hielten. Da wusste ich mit Sicherheit, dass ich das Richtige mache.“

Vertikal Integrierter Marktplatz – der Fachbegriff für eine komplexe Geschäftsmodellinnovation

„Viele DesignerInnen können fabelhaft entwerfen, aber es fehlt ihnen an dem nötigen Know How für die Produktion und die Vermarktung. FAB-atelier bietet Hilfe beim Produktmanagement, der Finanzierung und dem Vertrieb“, fasst der Gründer zusammen. Den DesignerInnen entstünden zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kosten. „Nada, niente, es gibt nichts Kleingeschriebenes!“, betont Christian Hafner. Das ist möglich, weil nichts auf gut Glück produziert wird. Zuerst reichen sie ihre Idee entweder mit Scribble, Prototyp oder CAD auf fab-atelier.com ein. Die Community (alle, die sich online registrieren) kann für die Idee voten. „Wenn ein Schmuckstück 100 Stimmen bekommen hat, ist es Zeit für die Machbarkeitsanalyse und die erste Produktionsplanung: Wir setzen uns technisch mit dem Produkt auseinander und besprechen es mit dem Produzenten. Wenn die Produktionskosten zu 70 Prozent durch Vorbestellungen abgedeckt sind, startet die Produktion“, erklärt er das Konzept, „Die DesignerInnen erhalten bis zu 20 Prozent des Nettoverkaufpreises. Das ist möglich, weil wir nach Bedarf produzieren.“

Markteintritt

Momentan zählt FAB-atelier fünf Mitarbeiter sowie ein Netzwerk europäischer Produzenten, vor allem in Österreich und Vicenza (einem Goldschmiedezentrum beim Gardasee). Zirka 200 SchmuckdesignerInnen befinden sich in der Pipeline und stellen sich dem Voting, weitere 40 bis 50 sind bereits auf der Internetplattform vertreten. Bietet FAB-atelier den aufstrebenden DesignerInnen ein risikofreies Metier, gilt das für FAB-atelier selbst nicht. „Gründen ohne Risiko und ohne Eigenkapital, das gibt es nicht“, unterstreicht Hafner „Den Proof of Concept haben wir Ende letzten Jahres geliefert, aber viel ausbezahlen können wir uns noch nicht.“ Finanzierungsgespräche mit Investoren sind am Laufen. „Außerdem treiben wir momentan den Markteintritt in Deutschland, Österreich und Großbritannien voran“, sagt Hafner und holt weiter aus: „Der Markteintritt passiert immer in Kooperation mit einer lokalen Designerschule. Wir lancieren gemeinsam eine Kollektion, um dort Fuß zu fassen. Ein zweiter Weg ist die Zusammenarbeit mit bekannten DesignerInnen, z.B. mit dem Österreicher Thomas Feichtner. Außerdem arbeiten wir mit Influencern zusammen.“ Was am besten funktioniere? Darauf könne er vielleicht in einem halben Jahr antworten. Bis Mitte nächsten Jahres will FAB-atelier den europäischen Raum abgedeckt haben; hauptsächlich Frankreich und die skandinavischen Länder. Dann stehe die USA an. Kontakte zu US-amerikanischen Designerschulen bestünden bereits, so auch ein Kontakt zu einer New Yorker Firma, die als lokaler Partner in Frage käme.

Swarovski – Freund oder Konkurrent

Der Standort der Firma in den Werkstätten in Wattens ist nicht willkürlich gewählt. „Genial ist die Nähe zu den italienischen Produzenten und die Werkstätte Wattens ist eine spezielle Location“, schwärmt der Entrepreneur, „klein aber fein – und das hat den Vorteil, dass man mehr Unterstützung erfährt.“ Die Werkstätte Wattens befindet sich in den ehemaligen Firmengebäuden Swarovskis. Zwischen Swarovski und FAB-atelier bestehe eine strategische Nähe in den Bereichen Technologie, Produktion und Designernetzwerk.

Und auch der Name will erwähnt werden

Fabrication Atelier beschreibt ziemlich gut die Philosophie des Unternehmens. In Fabrication steckt die Kleinserienfertigung – die schon industrielle Manufaktur; Der Atelierbegriff hingegen spricht das Manuelle an. „FAB-atelier geht nicht in die Massenproduktion“, erklärt Christian Hafner, „wir wollen den kreativen Spirit rüberbringen, der in einem Atelier herrscht.“ Deswegen findet man auf der Internetseite des Unternehmens nicht nur lose aneinandergereihte Designerschmuckstücke, man erfährt auch etwas über die kreative Reise der DesignerInnen.

Das Startup steht zwar noch am Anfang, die Babyschritte hat es jedoch schon hinter sich gebracht. Nun muss es sich auf dem Markt festigen, damit langfristig alle davon profitieren können.

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