Wie ein Innsbrucker Gründer die Amazon-Welt erobert

Der Innsbrucker Christoph Prokes war auf der Suche nach lukrativen Geschäftsmodellen im Internet. Im Zuge dessen wurde auch er auf Amazon FBA Modells aufmerksam.  Er durchforstete die Nischenmärkte, fand günstige Anbieter und versuchte Produkte via Versand vom Amazon-Lager an die Endkunden zu vermarkten. Doch es dauerte nicht lange, bis er herausfand, dass sich die meisten FBA-Händler in denselben Nischen tummelten und dabei auf ähnliche Tools und Hersteller setzten. Selbst wenn einmal eine eigene Nische gefunden war, kamen binnen kürzester Zeit Mitbewerber hinzu. Das hat zur Folge, dass die Margen einbrechen und somit die Gewinne alsbald gegen Null laufen.

Den Blauen Ozean finden

Christoph erkannte für sich, dass dies wohl doch kein langfristiger Weg zu einem halbwegs stabilen Einkommen sein würde. Anstatt die Flinte ins Korn zu werfen und einer von denen zu werden, die den Rest ihres Lebens verbittert auf die Internet-Businesses schimpfen, bediente er sich einer aus der BWL-Literatur bekannten „Blue Ocean Strategie“:

„Wie kann ich von diesem Boom profitieren ohne mich im Kampf mit den anderen ‚Haien‘ im red ocean zerfleischen zu lassen.“

Prokes kreierte einen neuen „blauen Ozean“ mit glasklarem Wasser, indem er nach dem größten Problem der FBA-Händler suchte. Dabei traf er seine beiden heutigen spanischen Partner – zusammen fanden sie die Lösung: Als FBA-Händler handelt man grenzenübergreifend zwischen Ländern. Trotz der Mitgliedschaft in der Europäischen Union, haben die einzelnen Länder jeweils andere steuerliche Regelungen, was den Handel auf Amazon dramatisch erschweren kann.
Die drei Jungunternehmer akquirierten Steuerberater quer durch die EU, um dann diese steuerlichen Beratungsleistungen gesammelt auf einer gemeinsamen Plattform anbieten zu können. Sie durchforsteten Excel-Listen an Steuerberatungskanzleien, um diese telefonisch zur Zusammenarbeit zu bewegen und von ihrer innovativen Idee zu überzeugen. Schließlich fanden sie einen großen Partner in London.

Gründung: Probleme beim Start

Die drei gründeten gemeinsam eine GmbH in Spanien. Sie ließen sich die Onlineplattform von Freelancern bauen, was aber zunächst schief lief. Im zweiten Anlauf klappte es und Anfang 2016 gingen sie nach nur wenigen Monaten online. Die Finanzierung ihres Vorhabens erfolgte seitdem stets über bootstrapping, das heißt, das Unternehmen finanziert sich aus dem laufenden Gewinn selbst. Sämtliche Mitarbeiter sind quer über Europa verstreut.

Schnelles Wachstum, neue Herausforderungen

Aktuell ist nur mehr der Kundenservice-Mitarbeiter ein Engpass, der auch nicht automatisiert werden soll, weil dadurch Vertrauen abgebaut werden würde. Derzeit werden noch die Registrierung der Steuernummer und die allfälligen Anfragen von Kunden manuell durchgeführt.
Durch das schnelle Wachsen der Kundenzahl wächst nicht nur der Umsatz, sondern auch das Team. Dies hat zur Folge, dass sich Christoph nun erstmals mit Gruppen und Mitarbeiterführung befassen will. Außerdem zeigt sich das Prozessmanagement in der Kommunikation mit den Kunden als Problem. Es müssen neue Kundenmanagementsysteme getestet und evaluiert werden.

Heute macht FBA Hero die Kundenakquise vor allem über Facebook, dabei insbesondere über Facebook-Gruppen, in denen potenzielle Kunden auf dieses innovative Steuerberatungs-Business aufmerksam gemacht werden.

Mittlerweile haben sie die 50.000 Euro pro Monat überschritten und aufgrund ihrer Teilautomatisierung zudem eine gute Gewinnmarge. Jeden Monat kommen neue Kunden hinzu. Das FBA Hero Abo-Modell des monatlichen Bezahlens hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen.

Der Online-Business Hype steht eindeutig erst am Anfang. Von diesem noch kleinen tiroler-spanischen Unternehmen werden wir in Zukunft noch eine Menge hören. Wir drücken die Daumen!

Foto: FBA Hero