Gründen…einmal anders

Auf meiner Reise durch Südamerika, von Brasilien über Argentinien und Chile bis nach Bolivien, hatte ich die Chance eine Gründergeschichte mitzuerleben, die ich so noch nie gehört hatte.

29. Jänner 2015: Death Road, das Touristen-Highlight nahe La Paz, Bolivien.

Ausgestattet mit Helm und Protektoren ging es in einem kleinen Van zum Start der Todesstraße. Sieben Leute und einen Tourguide fasste unsere Gruppe. Die Straße führt durch den bolivianischen Dschungel, auf der einen Seite stürzt eine unglaubliche Schlucht hinab und auf der anderen verschwindet der Dschungel unsichtbar im Nebel. Todesstraße heißt sie deshalb, weil auf der 70km langen Hauptverkehrsverbindung zwischen La Paz und Coroico, aufgrund der schmalen Bauweise, mehrere Busse und Lastwägen in die Schlucht zu Tode stürzten. Seit 2006 gibt es eine Umfahrung und die Straße wird von Mountainbikern überrumpelt.

An diesem Tag war es aber nicht die Death Road, die mich am meisten beeindruckt ließ. Ich traf nämlich ein holländisches Paar, das so wie alle anderen Touristen, auf Reisen war, dennoch machte sie etwas besonders. Im Laufe des Tages erzählten sie mir, dass sie soeben ein Unternehmen gegründet hatten. Ich fragte sie: „Aber was macht ihr dann hier mitten im bolivianischen Dschungel??? Müsst ihr nicht den Laden schupfen, schauen das das Unternehmen nicht untergeht?“ „Machen wir doch ja, sind ständig dabei!“, kam die Antwort. Verdutzt wunderte ich mich, ob die Zwei mich auf den Arm nehmen wollten.

Sie klärten mich auf: Sie hätten in Holland ihre Jobs (Juristin und IT-Techniker) geschmissen und eine Weltreise machen wollen. Auf der Reise sahen sie unter welchen schwierigen Umständen die Menschen in Südamerika lebten. Sie wollten helfen. Sie erkannten, dass die Einheimischen oft von Touristen abhängig waren, um an bestimmte Artikel zu kommen. An der Nordküste Brasiliens zum Bespiel waren es gebrauchte Kiteschirme aus Europa, welche die Touristen zurückließen und die Brasilianer für den Kiteverleih verwendeten. Über normale Transportwege waren die Schirme einfach zu teuer oder nur sehr schwer bis kaum zu kriegen.

Fharied und Djeena hatten eine Idee!!! Freunde, die in Brasilien Urlaub machen wollen könnten doch die Schirme mitbringen; Falls sie noch Platz im Koffer hätten! Aber leider hatte niemand von ihren Freunden geplant nach Brasilien zu reisen. Die beiden dachten weiter und rasch kamen sie zum Schluss, dass es jedem möglich sein soll, wenn er noch ein paar Kilogramm Gepäck frei hat, Sachen für jemanden im Zielland mitzubringen, anstatt den Koffer mit unnützem Zeug vollzustopfen. Die beiden Parteien sollen vorher die Möglichkeit haben miteinander zu schreiben, um Abgabeort und Art der Bezahlung abzuklären. Die Idee zu fillupmyluggage.com war entstanden.

Mittlerweile sind Fharied und Djeena auf ihrer Weltreise schon bis Jakarta gekommen und ihre Webseite ist schon um vieles weiter. Auf ihrem Weg konnten sie viele von ihrer Idee begeistern und machten daraus ein Werbevideo.

Die Geschichte soll uns zeigen, dass Gründen heutzutage überall möglich ist und es unzählige Chancen gibt seine Ideen umzusetzen.

Wir sind gespannt wie fillupmyluggage.com sich weiterentwickelt! Und ihr? Was sagt ihr zu dieser Gründergeschichte?

Beim nächsten Trip wird’s ausprobiert, oder?