Die grundsätzlich beschränkte Haftung macht die GmbH zu einer besonders attraktiven Rechtsform, in der das eigene Unternehmen betrieben wird. Beim BaseEINS Workshop „StartUP Rechtsberatung“  am 7. Dezember 2017 zeigten Rechtsanwältin Julia Barenth und der Steuerberaterin Gerlint Gatternig, auf welche Aspekte bei der Rechtsformenwahl zu achten ist. Wir waren auch mit dabei.

Team- oder Einzelgründung? Benötigt das Unternehmen substanzielle Vermögensausstattung oder kann ich – wie beispielsweise im Falle der Dienstleistungserbringung –mit meinem Laptop losstarten? Möchte ich von der Tätigkeit, zumindest mittel- bis langfristig, leben oder betreibe ich sie als eine Art Hobby nebenbei? Diese und andere Fragen sollte man sich vor dem Hintergrund der eigenen Umstände gut überlegen, denn die Rechtsformen bringen ihre Vorzüge nicht in allen Situationen gleichermaßen zur Geltung.

Aus steuerrechtlicher Perspektive macht die GmbH vor allem dann Sinn, wenn die erwirtschafteten Gewinne nicht ausgeschüttet werden. Will man die Erlöse jedoch verwenden, sind 27,5 Prozent KEST (Kapitalertragssteuer), die bei Gewinnausschüttung zusätzlich zu den 25 Prozent KÖST (Körperschaftssteuer) anfallen, zu entrichten. Erst wenn sehr hohe Gewinne erwirtschaftet werden, ist die Steuerbelastung durch KEST und KÖST verhältnismäßig niedriger als die eines Einzelunternehmers, welcher seine Einkünfte nach dem progressiven Tarif zu versteuern hat.

Zur Übersicht:

  • 0 Prozent bis zu 11 000 EUR
  • 25 Prozent für Einkommensteile zwischen 11 000 EUR und 18 000 EUR
  • 35 Prozent ab 18 000 EUR bis 31 000 EUR
  • 42 Prozent ab 31 0000 EUR bis zu 60 000 EUR
  • 48 Prozent von 60 000 EUR bis zu 90 0000 EUR
  • 50 Prozent ab 90 000 EUR
  • 55 Prozent ab 1 000 000 EUR

Mit der GmbH ist auch eine Eintragung in das (öffentlich einsehbare) Firmenbuch verbunden. Im Vergleich dazu kann der Einzelunternehmer seine Tätigkeit sofort aufnehmen, er muss sich weder um die 35.000 EUR Stammkapital – und bis zum Erreichen gewisser Umsatzschwellen – auch nicht um die Eintragung ins Firmenbuch kümmern. Für Teams kommen auch Offene Gesellschaften und/oder Kommanditgesellschaften in Betracht. Dabei ist vor allem auf die Ausgewogenheit der Beiträge zu achten.

Merke: Die oben beschriebenen Punkte sollten im Einzelfall mit ExpertInnen durchgecheckt werden, um dem eigenen Startup eine möglichst sichere Basis zu geben. Die BaseEINS bietet noch bis Mitte März 2018 einen bunten Mix aus Workshops, GründerInnen-Stammtischen und vieles mehr.

Infos unter: http://www.baseeins.at/.

Foto: startalps.co