„Gastronomie ist kein Job, sondern eine Berufung“

Wer hat ehrlicherweise schon von Gronda gehört? Wahrscheinlich nicht sehr viele von uns. Warum ihr aber mehr über diesen Hidden Champion der Innsbrucker Startup Szene und leistungsorientierten Karriere- und Rekrutierungsplattform wissen solltet, erfährt ihr in den nächsten Zeilen. Startalps traf sich mit den Gründern und befragte sie nach deren Erfolgsrezept. Innerhalb von gut einem Jahr ist das Unternehmen stark gewachsen und befindet sich gerade fleißig bei der Finanzbeschaffung. Vor kurzem ist das Unternehmen auch durch den deutsche Hotellerie Branchenaward mit 125.000 Euro Wachstumsfinanzierung ausgezeichnet worden. „Verbunden durch Leidenschaft“ ist das Motto von Gronda. Der in einem Tourismusbetrieb aufgewachsene Pitztaler Gründer Valentin Schütz, der sieben Mal die Woche zwischen 16 und 18 Stunden arbeitet und die Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern im Tourismus kennt, steht uns Rede und Antwort.

„Gastronomie ist kein Job, sondern eine Berufung“

Die Gastronomie ist hart. 12-14 Stunden sind nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel. Menschen die bereits in diesem Bereich gearbeitet haben, wissen wovon wir sprechen. Valentin geht davon aus, dass „jene Menschen die das auf Dauer machen, sich eher dazu berufen fühlen, Menschen glücklich zu machen, denn Gastronomen sind eigentlich an sich Perfektionisten. Ihre Augen funkeln wirklich, wenn sie eine neue Kreation entworfen haben oder zum ersten Mal diese neue Kreation an den Gast liefern.“

Was hat das bitte alles mit Gronda zu tun?

Gronda hat sich vom Blog zur Matching Plattform für Jobs in der Gastronomie entwickelt. Die Vision diese Gastronomen zu vernetzen damit sie die richtigen Jobs wie die richtigen Mitarbeiter finden, als auch Informationen und Wissen miteinander teilen, scheint erfüllt worden zu sein. Gronda bringt berufene Leute zusammen und erleichtert den Zugriff für Unternehmen auf diesen motivierten Mitarbeiterpool, „sodass diese nicht warten müssen, bis sich jemand bei ihnen bewirbt sondern aktiv auf die Leute zugehen können.“

Wie alles begann…

Die Geschichte begann mit mehreren Blogs zu Tourismus-Themen. Gronda hatte einen tollen Start in das Unternehmertum, denn als sie vor nicht allzu langer Zeit einen Artikel in der TT-Sektion zu Karriere, Wissen & Lifestyle veröffentlichten und dieser nach drei Tagen derart stark zirkuliert war, dass dieser an einem Tag 40.000 unique visitors verzeichnete, waren es am Ende des Monats schon 200.000. Seitdem arbeitet Gronda als Plattform mit Netzwerkmöglichkeiten für Gastronomen und Hoteliers und vermitteln Jobs. Der Mitarbeiter kann aber auf der Seite auch Inspirationen und Ideen für neue Gerichte sammeln oder für sein Marketingmanagement und sich so eigentlich selbst promoten. Unser Ziel ist es also alle Gastronomen weltweit miteinander zu vernetzen.

Wie ist die Idee entstanden?

Valentin erzählt, dass seine Eltern selbst aus der Gastronomie stammen und sich ständig beschwerten, dass sie keine Mitarbeiter mehr hätten. In der Folge: „Hab ich mich dann für das Thema interessiert und hab entdeckt, dass es keine Plattformen gibt die so eine Marktlücke füllen, obwohl es die Technologie leicht ermöglichen würde.“ Das war der definitive Start von Gronda.

Wie sich Mitarbeiter und Unternehmen finden

In unserem System gibt es von Seiten des Unternehmers wie der potentiellen Arbeiternehmer vorher 15 bestimmte Punkte. Ein Algorithmus selektioniert und führt diese Ergebnisse dann zusammen. Es funktioniert wie bei Partnerbörsen, alles digital. Schlussendlich führt das nicht automatisch zu einer Mitarbeiteranstellung, aber dient dem Unternehmen ja doch als eine Art Vorselektion, damit diese nicht von hunderten Bewerbungen überschwemmt werden sondern gleich die richtigen Leute als Bewerber bekommen. Die möglichen Matches führen das Angebot und die Nachfrage zusammen. Die Entscheidung trifft das Unternehmen aber dann selbst. Gronda schlägt nur vor und vermittelt keine Garantie. Die Feinarbeit leistet das Unternehmen.

Gute Arbeitgeber und -nehmer

Valentin erzählt, dass sich „jede Person bzw. Unternehmen manuell bei uns bewirbt. Nach einer Prüfung fragen wir uns folgendes: Haben Sie eine Vision für ihre Mitarbeiter? Was bieten sie ihren Mitarbeitern an? Wir wissen dann schon wer unsere Unternehmen sind, sodass wir unseren Usern eine gute Qualität zur Verfügung stellen können.“

Der Verlauf der Bewerbung

Registrierung auf der Plattform wo die User mehrere Informationen eingeben: die Vision, welche Mitarbeiter sie suchen usw. Der nächste Schritt ist ein Telefongespräch mit den Unternehmen, wo wirklich genau auf das Unternehmen eingegangen wird, die Bedürfnisse abgecheckt als auch die Möglichkeiten für die Mitarbeiter überprüft werden. Wenn das in Ordnung ist, sind sie bei der Plattform dabei.

Der Preis für Unternehmer wie für Mitarbeiter

Potentielle Mitarbeiter bezahlen nichts. Die Unternehmen zahlen je nach Größe und nach Anzahl der Mitarbeiter einen gewissen Mitgliedsbeitrag. Gronda finanziert sich durch den Cashflow der Mitgliedsbeiträge der Unternehmen. Hauptsächlich arbeiten sie nicht in Tirol sondern im DACHL-Raum, das heißt Österreich, Deutschland, Schweiz und Lichtenstein. Gronda wird aber auch internationaler und bedient sogar Kunden aus den Malediven.

Konkurrenz und Zukunftspläne

Die Konkurrenz scheint sehr altmodisch wie eingesessen zu sein. Der Markt an sich wird von mehreren Magazinen oder klassischen Jobplattformen dominiert. Zwar gibt es immer wieder Startups die neue Sachen probieren, doch bislang hat es einen Anbieter wie Gronda noch nicht wirklich gegeben. Valentin ergänzt, „Wir sehen uns eigentlich in einer guten Position und sind am deutschsprachigen Markt mittlerweile auch der Marktführer.“ In der Zukunft will Valentin nicht in andere Bereiche expandieren sondern die Finanzierung abschließen. Das nächste Jahr steht ganz in Zeichen von Wachstum, vor allem im deutschsprachigen Raum. Gronda möchte sich als klare Brand positionieren und eigentlich die Plattform für Gastronomie und Hotellerie werden. Andere Märkte, wie der asiatische Markt scheinen aber sehr spannend zu sein und stehen bei ihm auf dem nächsten Jahresplan.

3 kurze Fragen an den Jungunternehmer:

  1. Wer steckt hinter Gronda?
    Juan Luis (CTO=Technischer Leiter), Tobias Zetzsche (COO=Operativer Leiter) und Valentin Schütz (CEO=Geschäftsführer).
  1. Was für eine Idee steckt hinter eurem Logo?
    Unser Logo ist ein Korkenzieher. Der Korkenzieher ist etwas Hochwertiges. Wir möchten eine Plattform für ausgebildete Fachkräfte aus der Branche sein
  1. Was bedeutet Gronda?
    Gronda hat eine lustige Geschichte. Das Wort Gronda kommt eigentlich aus dem Rätoromanischen wie dem Italienischen und bedeutet Traufe, was ja die Verbindung zwischen dem Haus und dem Dach ist. Also ein Übergang. Wir sehen uns als ein Verbindungsstück zwischen Unternehmern und Mitarbeitern in den Bereichen der Gastronomie und Hotellerie.

(c) Fotos Gronda