Staatssekretär Mahrer im InnCubator

Am 20. März 2017 besuchte Dr. Harald Mahrer – seines Zeichens Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft – die Unternehmerschmiede der Uni Innsbruck und der Wirtschaftskammer Tirol. Mahrer diskutierte mit Rektor Tilman Märk, der WKO-Tirol Vizepräsidentin Barbara Thaler, dem InnCubator-Team und den anwesenden Nutzerinnen und Nutzern des Co-Working Space über die Chancen der professionellen Unterstützung innovativer Köpfe und aktuelle Entwicklungen im Bereich Startups und Big Data.

Harald Mahrer ist kein verstaubter österreichischer Politiker. Er hat Stil. Sowohl was sein Outfit betrifft, das betont lässig gewählt ist, als auch den Umgang mit Menschen. Seine ungezwungene Art kam bei den Anwesenden im InnCubator gut an. Zunächst gab es eine Vorstellungsrunde der Nutzerinnen und Nutzer des Co-Working Space und ihren innovativen Ideen. Mahrer wirkte dabei sehr interessiert und stellte anspruchsvolle Fragen. Danach entwickelte sich eine rege Diskussion über die aktuellen nationalen und internationalen Entwicklungen im Startup-Segment. Aufgrund seiner langen Erfahrung in diesem Bereich war der Besuch des Staatsekretärs ein Heimspiel.

„Wir befinden uns mitten in einer Goldgräberzeit“, sagt Harald Mahrer, und meint damit den aktuellen Prozess der Digitalisierung in allen Lebensbereichen, insbesondere aber in der Wirtschaft. Schon Ende der 1990er-Jahre war Mahrer einer der Initiatoren des ersten Incubators in Wien. Damals erschien die Digitalisierung und deren Breitenwirkung noch wie ein „Gruß aus der Küche“, während sie heute das Hauptmenü darstelle. Jetzt aber stünden wir vor einem gewaltigen Digitalisierungsprozess, der in den nächsten Jahren wie eine Welle auf uns zukommen werde – mit neuen und ungeahnten Möglichkeiten. So würden etwa japanische Mediziner damit rechnen ab 2019 ganze Organe in einem 3D-Druckverfahren zu produzieren, anstatt wie bisher mühsam Zellen zu Organen heranzuzüchten.

Ein Anliegen der Diskutanten war der Ausbau im Bereich der akademischen Spin-offs und der Verwertung von wissenschaftlichem Know-how in der Wirtschaft. „Man muss es nur wollen“, meinte Mahrer dazu, und sicherte Rektor Märk und Dr. Johann Füller, Professor am Department of Strategic Management, Marketing and Tourism der Uni Innsbruck, seine Unterstützung zu. Die Erfolgreiche Ausgliederung und Gründung eines Unternehmers mit universitärer Unterstützung sei ein langer Prozess und müsse gut konzipiert sein. Mahrer möchte sich dabei an einem Modell der ETH Zürich orientieren, wo seit ca. 20 Jahren erfolgreiche akademische Ausgründungen über auf wenige Monate beschränkte Fellowship-Programme organisiert werden. Die Republik Österreich möchte sich dabei via corner investment beteilige. Das gros der Finanzierung soll jedoch von internationalen Unternehmen übernommen werden.

Ein weiterer interessanter Diskussionspunkt betraf die unternehmerische Kultur in Österreich und innerhalb der österreichischen Bildungslandschaft. Eine „Kultur des Scheiterns“ gebe es bei uns nicht, immer noch seien zu viele Barrieren und Ängste in Bezug auf die Unternehmensgründung zu spüren. Vor allem bei jungen Leuten. Das müsse sich ändern. Mahrer ist jedoch zuversichtlich, dass in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren ein Umdenken passiere und die Risikobereitschaft steige. Der Bedarf an Programmierern und Informatikern wurde ebenso angesprochen. Mahrer betonte, wie wichtig es sei, bereits im Kindergarten und im Pflichtschulbereich Grundlagen der Informatik und der digitalen Welt zu vermitteln. Dies könne auch auf spielerische Art geschehen.

Bei der Frage nach verpflichtenden Modulen der Informatik in den wirtschaftsorientierten Studiengängen gab es unterschiedliche Meinungen. Johann Füller sprach sich für verpflichtende Kurse aus, während für Rektor Märk die Möglichkeiten innerhalb der Wahlmodule als bereits ausreichend erschienen. Mahrer stellte klar, dass diese Entscheidung innerhalb der Universität getroffen werden müsse, sicherte aber seine öffentlichkeitswirksame Unterstützung zu, für bestimmte Kursangebote zu werben und die enorme Bedeutung von digitalem Know-how im Managementbereich zu promoten.