Kinderspielzeug aus Holz – regional und nachhaltig

Interview mit LAEKI

Was macht ein Mann in Vaterkarenz? Er wird zum Entwickler und Erfinder und baut seinem Sohn die besten aller Spielsachen, weil – ganz klar – da weiß man, dass es passt. Damit nicht genug: Die  bunten Kindermöbel und Holzspielsachen sollen alle Kinder glücklich machen. Und wie geht das besser als mit einem eigenen Unternehmen?

Lauser Equipment ist der klingende Name des Kleinunternehmens. „Eine gute Mischung aus Dialekt und Englisch, aus lustig und seriös“, findet der Gründer Renaud Dietsch. Die Kurzform LAEKI vereint die beiden Begriffe und webt Kids und Bike noch mit hinein.

Eigentlich ist Renaud ein Verbundwerkstoff-Experte und hatte bis vor kurzem nichts mit Kinderspielzeug am Hut. Aber dann das erste Kind, die Karenz und plötzlich ändern sich gewisse Dinge. Der Unternehmerehrgeiz hat in gepackt. „Die Karenz ermöglichte mir, aus dem Arbeitsalltag auszusteigen und meine Ziele und Vorstellungen zu überdenken“, erzählt Renaud „wieso es nicht wagen?“ Der Unterstützung seiner Freundin und Familie gewiss war die Entscheidung gefallen, der Job gekündigt. Seine Projektidee überzeugte das Unternehmensgründungsprogramm des AMS. „Bis Ende März läuft dieses Programm noch, dann muss das Geschäft richtig laufen“, erklärt Renaud.

Die kleine aber feine Produktpalette zählt momentan Stuhl, Tisch und Laufrad. Das Laufrad wird noch gemäß seiner Konformität mit den EU Richtlinien für Kinderspielzeuge geprüft. Ab April 2017 gibt es auch das Laufrad zu kaufen. „Mit meinem Kleinunternehmen gehe ich noch kein großes finanzielles Risiko ein, obwohl es natürlich schon schwer ist, alles erstmal mit den eigenen Mitteln aufzubauen. Die Tische, Stühle und auch das Laufrad können stückweise produziert werden“, erklärt Renaud. Und hier ist auch eine Besonderheit seiner Produkte zu finden. „Meine Produkte werden lokal produziert, sind robust, qualitativ und das Design gefällt nicht nur den Kindern“, bemerkt Renaud.

Die Prototypen baut der Lauser Equipment Gründer in dem Gründerzentrum der Werkstätte Wattens, feilt an ihnen weiter, testet sie mit seinem Sohn und baut sie um – so lange, bis er und sein Sohn mit ihnen zufrieden sind. Die Tischler der Geschützten Werkstätte in Schwaz fertigen seine Produkte. Wo man sie zu kaufen findet? Im Internet. Das Vermarkten, das sei für ihn das Schwierigste, seufzt Renaud. Neben der Werbung in den Sozialen Netzwerken setzt er vor allem auf den direkten Kontakt mit seinen Kunden. Augen auf, wenn ihr in Innsbruck unterwegs seid, bald wird es Laufradcontests geben, bei denen Kinder mit den LAEKI Laufrädern gegeneinander antreten, oder ihr trefft die LAEKI Produkte in ausgewählten Geschäften an oder etwa in einer Bäckerei, wo Krokostühle die Kinder zum Spielen animieren.

Lauser Equipment in fünf Jahren? „Mein Plan ist kein Plan“, bekennt Renaud und widerspricht sich sogleich, „Ich will gutes Spielzeug produzieren und es vielen Kindern anbieten. Vor allem beim Laufrad sehe ich, wieviel Spaß es meinem Sohn macht. Solange ich noch am Anfang bin, werde ich nebenher einem Teilzeitjob nachgehen. Ich hoffe, irgendwann kann ich nur von LAEKI leben.“

Ideen für neue Produkte, da gibt es schon einige, aber noch nichts Konkretes. Vielleicht ein Bobbycar, überlegt Renaud, oder etwas, das noch nicht da ist. „Bisher machen das Design, die lokale Produktion sowie die robuste Qualität meine Produkte zu etwas Besonderem. Jetzt bräuchte ich etwas Innovatives – ein Produkt, das es noch nicht gibt“, meint Renaud. In Zusammenarbeit mit seinem Sohn oder seiner Tochter wird sich schon das ein oder andere innovative Produkt entwickeln, ist sich der LAEKI Gründer sicher.