Wenn der Berg ruft… doch die Lawinenunsicherheit ihn übertönt. Eine innovative Spitzenlösung aus Tirol leistet Abhilfe.

Was als zufällige Skitour und einer Idee auf einem Blatt Papier begann, blickt heute auf ein 2-jähriges Bestehen und den Tiroler Innovationspreis 2016 zurück. Hinter LO.LA Peak Solutions GmbH stehen fünf begnadete Köpfe, die eine Marktlücke durch ihre persönliche Erfahrung erkannten und die Gunst der Stunde nutzten. Ein aktuelles Thema, da der Winter bereits in den Startlöchern steht und Lawinenwarnungen wieder in die tägliche Lektüre eingebunden werden sollten. Dank LO.LA war die Kommunikation der Schneeverhältnisse vor Ort für Unternehmen wie Bergbahnen, Tourenstützpunkte und Tourismusverbände nie einfacher.

Winter 2014. Es ereignete sich im Wipptal.

Stefan Ortner und Andreas Koler waren zu einer Skitour aufgebrochen. Den erfahrenen Alpinisten wurde nach kurzer Zeit bewusst, dass die lokale Lage von dem amtlichen Lawinenbericht abweichte. Als hauptberufliche Risikomanager konnte diese Problematik nicht ignoriert werden – eine Lösung musste auf den Tisch oder besser gesagt: auf ein Blatt Papier. Gemeinsam mit den Bergführern Walter Würtl und Peter Plattner entstand das Grundkonzept von LO.LA, und das 5. Zugpferd, der Programmierer Michael Holzknecht, wurde ins Boot geholt. Als wegweisendes, erstes Unternehmen weltweit bietet LO.LA, das mittlerweile in seine 3. Wintersaison startet, eine Plattform um lokale Expertise im Lawinenrisikomanagement an Endkonsumenten, zur internen Unternehmenskommunikation und auch den amtlichen Lawinenwarndienst weiterzuleiten. Als Ergänzung zu diesem erlaubt das Tool, jederzeit den aktuellsten Stand der Schneeverhältnisse zu kommunizieren. Das Bewusstsein für das vorherrschende Gefahrenpotential und dem damit verbundenen Respekt vor hochalpinen Regionen wird durch die Gründer deutlich gestärkt.

Tiefgreifende Expertise, weitreichende Anwendungsgebiete.

Der innovative Aspekt des Konzeptes basierte erst auf der Wissenskommunikation von tatsächlich lokal-anwesenden Experten durch eine speziell dafür programmierte App. LO.LA zeichnet sich aber durch ein breiteres Servicespektrum aus und richtet sich an Unternehmen in drei Kernkompetenzen:

  1. Die Basis bildet die Bereitstellung der App. Dabei wird potentiellen Kunden eine kostenfreie Testphase gewährt. Die lokalen Experten werden außerdem von LO. LA nicht nur auf die Software geschult, sondern auch auf die Einschätzung von Schnee- und Lawinenverhältnissen, um eine einheitliche Datenangabe zu gewähren. Im jährlichen Zyklus werden diese Trainings aufgefrischt. Global ist dieses so strukturiert umgesetzte Vorgehen noch einzigartig. Dem Experten bietet diese die Möglichkeit, Kernelemente wie etwa u. a. Neuschneemenge, Sichtverhältnisse und Windgeschwindigkeit zu analysieren und deren Ausmaß zu beurteilen. Weiters werden Auswirkungen für die nächsten 12 bzw. 48 Stunden interpretiert, Maßnahmen empfohlen und die Lawinenwarnstufe mit Hintergrundinformationen kommuniziert.
  2. Als zweites Standbein nutzt das Gründerteam ihre Expertise im Beratungs- und Projektmanagement. In diesem Bereich werden unter anderem Aufträge, wie die Entwicklung eines Lawinenbeurteilungstools für die ÖBB, abgehandelt.
  3. Auch mit dem Förderwesen beschäftigt sich LO.LA. Themen wie Forschungs- und Bildungsprojekte mit Schulen leisten einen wertvollen Beitrag in der Gesellschaft. Im Rahmen des FFG Talente Regional Projektes „CSI Snow&Ice – Schnee und Eis auf der Spur“, welches sich an Institutionen von Kindergärten bis zum Matura-Niveau richtet, vermittelt auch LO.LA deren Kernkompetenzen.

Unternehmensentwicklung und Gründungsmotivation

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Stefan Ortner wird deutlich, dass der Hintergrund des Startups eine entscheidende Rolle für dessen Management spielt. Der Name selbst soll auf die Vermittlung der lokalen Lage verweisen und darauf eine Lösung für den Berg bzw. aber auch eine Spitzenlösung zu entwickeln. Für ihn ist der verbreitete Tenor, bei einer Gründung alles riskieren zu müssen, um erfolgreich zu sein, der falsche Ansatz. Hingegen sollte im Vorfeld die treibende Kraft deutlich erarbeitet und in einem konkreten Businessplan dokumentiert werden.

„Wenn ich eine Idee habe, muss ich mich fragen, was will ich mit der Idee erreichen?“.

Die Leitidee dahinter ist es, mittels „Leuchtturmprojekten“ Kundenbeziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Vorzeigeprojekte mit Kooperationspartnern wie dem Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, dem Stubaier Gletscher oder der ÖBB sollen dazu beitragen. Außerdem bieten diese den nötigen Rückenwind bei der Gewinnung des Vertrauens der Freeride- und Touring-Szene genauso wie bei relevanten potentiellen Wirtschaftspartnern. Als erste Anwender des Tools bauten die Bergbahnen Fieberbrunn auf die Kompetenz von LO.LA. Mittlerweile erstreckt sich das Netzwerk der Seilbahnen auf Tirol und Salzburg. Auch in bestimmten Skigebieten Italiens und der Schweiz‘ wurde das Tool bereits getestet oder vorgestellt. Dessen Ruf eilt LO.LA sogar in das bei Freeridern für einzigartigen Powder bekannte Japan voraus. Ein weiterer „Leuchtturm“ ist die Kooperation mit dem Tirol Berg im Rahmen der FIS Skiweltmeisterschaft St. Moritz. Dieser nationale sowie internationale Markenaufritt bietet über die Dauer von zwei Wochen einen täglich aktuellen Schnee- und Lawinenbericht für die Gäste.

LO.LA Peak Solutions GmbH darf als äußerst fortschrittliches Vorzeige-Startup des Alpenraumes beschrieben werden, das lokale Expertise wieder wertzuschätzen lehrt und diese verfügbar macht. Für den Einzelnen werden die Schnee- und Lawinenupdates über die jeweiligen Medienkanäle wie Homepage oder App des Kooperationspartners sichtbar. Dabei ist es den Initiatoren seit Anbeginn gelungen die wichtigsten Schritte zu erkennen und ohne externe Investoren auszukommen. Auf die nächsten Schritte von LO.LA darf man gespannt sein. Wer weiß, in welcher fernen Winterdestination dieser österreichische Zugang zur Gefahrenkommunikation genauso wertgeschätzt wird wie in der Heimat.