Number26 „Europas modernstes Girokonto“ will Banking so einfach wie nie machen. Registrierung binnen Minuten, kostenloses Girokonto inkl. Mastercard und viele hilfreiche Features, die über die Number26 App verfügbar sind; ein Konzept, mit dem die Gründer unter anderem auch Investor Peter Thiel überzeugt haben. Mit ihrem Fin-Tech Startup sind die aus Wien stammenden Gründer nach Berlin gezogen. Wie sich die Berliner Szene von der österreichischen unterscheidet, haben sie uns im Interview erklärt.

Number26 war Teil des Axel Springer Accelerators Plug&Play. Wie kam es zu der Entscheidung, sich für das Programm zu bewerben?

Axel Springer Plug and Play bringt verschiedene Vorteile mit sich. Das Programm bietet jungen Startups einen guten und einfachen Zugang zu Medien und dementsprechend Berichterstattung in der frühen Phase. Durch seine Erweiterung ins Silicon Valley, hilft das Programm vor allem aber auch über die Anfangsphase hinaus Verbindungen und Netzwerke in den amerikanischen Investorenmarkt aufzubauen.

Für die Teilnahme am Acclerator Programm musste Number26 nach Berlin. Gab es in Österreich keine vergleichbare Alternative?

Natürlich gibt es in Österreich Alternativen, aber sie bieten nicht ganz das Netzwerk und die Erfahrung, die Axel Springer Plug & Play und Berlin als Stadt bieten. Wir hatten anfangs die Alternative zwischen Wien, London und Berlin als Standort. Schlussendlich bietet Berlin jedoch das beste Umfeld für Talente und junge Start-Ups. Insbesondere in Wien ist die Start-Up Szene noch in den Anfangsschuhen, wächst aber ständig und ist auf einem sehr guten Weg, insbesondere auch durch das Pioneers Festival.

Worin lagen die größten Benefits für Number26 an der Teilnahme am Accelerator Programm?

Längerfristig ist der größte Nutzen der Kontakt mit anderen Gründern und das Netzwerk im Axel Springer Konzern und darüber hinaus. Über den Accelerator haben wir viele Startups kennengelernt, die in derselben Gründungshase sind wie wir. Somit muss man sich vergleichbaren Herausforderungen stellen und es ergeben sich ähnliche Fragestellungen. Der enge Austausch zwischen uns Gründerkollegen ist unglaublich wertvoll und hilft nachhaltig bessere Unternehmen zu bauen.

Ist die Gründung einer Unternehmung (hinsichtlich Behördenaufwand, Finanzierungsmöglichkeiten, Internationalisierung, etc.) in Deutschland leichter als in Österreich?

Der Unterschied im Behördenaufwand zwischen Wien und Berlin hält sich in Grenzen. In London ist es sicherlich am einfachsten eine Ltd. zu gründen – dies dauert dort ca. fünf Minuten und kann online erfolgen. Hier haben Deutschland und Österreich sicher Nachholbedarf. Investoren sitzen vor allem in London, aber zunehmend auch in Berlin und falls wer kein fixes Office in Berlin hat, ist zumindest ein Mal im Monat hier. In Wien findet man aktuell eher weniger Venture Capital Geber.

Berlin und London bieten ein ideales Umfeld für Internationalisierung, da die Städte an sich schon sehr international sind. Wir haben in unserem Team zum Beispiel 17 verschiedene Nationalitäten.

Worin unterscheidet sich für Number26 Berlin als Gründerstadt von Wien?

Berlin hat seit über zehn Jahren eine Gründerszene mit Fokus auf Technologie und Internet. Hier pilgern im Moment Talente aus der ganzen Welt her. Die Startupszene ist neben der in London die dynamischste und der Austausch in diesem Netzwerk sehr eng. Jedes Startup lebt von dem Team das dahinter steht und hier in Berlin findet man die kreativen Köpfe, die Strukturen von Grund auf neu denken können. In Wien wächst die Szene zwar, aber ist noch nicht auf dem Stand Berlins. Unschlagbar bleibt die deutsche Hauptstadt in Sachen Lebensqualität. Das ist für die Menschen gut, vor allem aber auch für das Startup, denn die Investitionen schließlich in das Produkt gehen, nicht die Miete. Wien hat natürlich auch seinen einzigartigen Charme.

Gibt es in Wien/Österreich zu wenig Erfolgstorys?

Auch in Österreich gibt es Erfolgstories. Man denke nur an Runtastic und ich bin sicher in den nächsten Jahren werden weitere folgen. Die Start-Up Szene steht allerdings noch am Anfang und wird über die nächsten Jahre sicherlich weiter wachsen.