Zum vierten Mal fand heuer das Pioneers Festival in Wien statt. Am 28. und 29. Mai drehte sich in der Hofburg alles um Entrepreneurship und die neusten Zukunftstechnologien. Neben interessanten Vorträgen und Workshops, konnten die rund 4000 Teilnehmer sich bei dem ausverkauften Festival bei austellenden Startups informieren, verschiedene Pitches besuchen und wertvolle Kontakte knüpfen. Wir haben unsere Eindrücke für euch zusammengefasst.

Gemeinsam mit dem Innsbrucker Startup Zirb fuhren wir am Donnerstag auf das Pioneers Festival nach Wien. Zirb bringt den Geruch nach frischem Zirbenholz mit stylischen Raumbelüftern ins Büro oder Wohnzimmer. Bei der Red Bull Road to Pioneers Tour, die am 21. Mai vor der SoWi Innsbruck Halt machte, gewann das Team eines der begehrten Tickets. Mit einem Zirb im Gepäck gings in der Hofburg auf die Suche nach Kunden und potentiellen Partnern – mit Erfolg.

Am Pioneers angekommen erwartete uns ein buntes Programm. In der Arena und auf der Academy Bühne wechselten sich pitchende Startups mit spannenden Key Note Vorträgen von bekannten Speakern ab. Die Themen reichten von den neusten Trends im Gesundheitsbereich, über Artificial Intelligence und Robotics bis hin zu erfolgreichem Storytelling und wirksamen Sales Strategies. Bei den Masterclasses konnte man sich bereits vor Beginn des Festivals für Hands-on Workshops und Mentoring Sessions anmelden. Für jeweils 10 Startups gabs die Möglichkeit, beim Speednetworking auf ausgewählte Unternehmen und Accelerators zu treffen. Auf dem ganzen Gelände wurde man rund um die Uhr mit Getränken und Essen versorgt und konnte sich mit anderen Teilnehmern austauschen.

Super hilfreich war auch die offizielle Pioneers App mit personalisiertem Zugangscode. Mit einer einfachen Anmeldung über LinkedIn oder Facebook konnte man seine Festivaltage planen, mit anderen Teilnehmern in Kontakt treten und Meeting Anfragen versenden. Über die Interaktionsfunktion wurden Fragen der Zuschauer direkt auf den Bühnenscreen gesendet.

Beim Startup Roasting auf der Academy Bühne haben vier Startups ihre Ideen vor Investoren präsentiert und wurden anschließend mit Fragen und Kommentaren von diesen „geröstet“. Das Publikum konnte über die Pioneers App entscheiden, ob die Jungunternehmer noch mehr Roasting nötig hatten oder sie mit ihren Antworten den Spieß umgedreht haben. So geschehen bei MysteryVibe. Das in London stationierte Startup hat einen flexiblen Vibrator namens crescendo entwickelt, der über eine App gesteuert werden kann. Das Produkt wird über die Crowd finanziert und kann für 99 Euro auf BORN vorbestellt werden. CEO Soumaydip Rakshit weiß eben wie man Frauen glücklich macht. Daher arbeitet er im Moment auch an einem „George Clooney Vibe“. Am Ende waren nicht nur die weiblichen Zuschauer begeistert – auch den drei Investoren fehlten die Worte. Definitiv eine unterhaltsame Show!

Die Pioneers Challenge gewann Dronamics mit seinem selbstfliegenden Kleinflugzeug speziell entwickelt für den Cargomarkt. Das Startup setzte sich in den Finals gegen 49 andere durch und gewann ein Investment in Höhe von 100.000 Euro von Speedinvest.

Manuel Bruschi von intigon, der sein Festival Ticket auch bei einem Pitching Event gewonnen hat, war vor allem vom Networking begeistert. Ob Kunden, zukünftige Partner oder potenzielle Investoren – die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme waren unendlich. „Allerdings hängt es stark von einem selbst ab, was man daraus macht. Man darf keine Hemmungen haben, auf andere zuzugehen. Hier sind alle wahnsinnig hilfreich und freuen sich darüber, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können!“, so Manuel. Der geborene Südtiroler ist derzeit noch in Graz, kann es aber kaum erwarten wieder in die Berge zu kommen und wird wohl im Laufe des nächsten Jahres nach Innsbruck ziehen und die Tiroler Startup Community mit seinem Erfahrungsschatz bereichern.

Im Rahmen des Pioneers fanden an diesem Wochenende in Wien zahlreiche Side Evets statt. Wir waren am Donnerstag beim Community Builders Dinner, das dieses Jahr von Niclas Fritz organisiert wurde, zu Gast. Der erfahrene Entrepreneur und Mentor brachte Personen zusammen, die, wie wir, sich mit der Entwicklung und Unterstützung lokaler Startup Communities beschäftigt. Mit dabei waren unter anderem auch unsere Kollegen vom Ideentriebwerk aus Graz, die uns ihre Erfahrungen berichteten und hilfreichen Input lieferten.

Bis spät in die Nacht wurde dann noch auf der offiziellen Aftershow Party gefeiert. Wer also immer noch nicht genug vom Networking hatte, konnte dies dann bei dem ein oder anderen Bier nachholen. (Aus nicht bestätigter Quelle lassen sich zu später Stunde wohl auch ein paar gute Deals abschließen^^)

Fazit: Wir hätten noch die ein oder andere Geschichte zum Pioneers Festival 2015 auf Lager, aber wir wollen es zunächst bei diesen paar Einblicken belassen. (Wer noch Fragen hat, kann uns aber gerne kontaktieren.) Wir finden, dass das Pioneers ein sehr interessantes Event ist – besonders für Startups und Entrepreneuere im Tech Bereich. Die Vorträge und Pitches kann man zwar auch auf Video ansehen, allerdings profitiert man dann nicht von der einzigartigen Atmosphäre. Zudem zieht die Veranstaltung internationale Aufmerksamkeit auf die wachsende Startup Szene Österreichs.

Wir hatten den Eindruck, dass es in der Hofburg vor allem ums Networking geht – wer also mit einem großen Stapel an Visitenkarten anreist ist klar im Vorteil. Allerdings haben die zwei Tage Programm und Vollverpflegung auch einen stolzen Preis: 245 € für das Startup Early Bird Ticket bzw. 295 € für das reguläre Ticket (Corporates und Investoren müssen noch etwas mehr hinlegen). Man sollte sich also vielleicht vorher Gedanken darüber machen, mit welchem Ziel man in die österreichische Hauptstadt reist.