Außergewöhnliches erlebbar machen

Einmal in Grönland Slacklinen? Kein Problem mit der Technologie des Startups Realer GmbH. Die Produkte sind nur mit einer Brille erlebbar, das Tor sozusagen zur Virtuellen Realität. Einmal die Brille aufgesetzt, befindet man sich inmitten der atemberaubenden Landschaft, die Slackline vor sich. – Das ist nur ein Beispiel aus der Produktpalette der Realer GmbH, die das Eintauchen in eine andere Wirklichkeit mit allen Sinnen mithilfe der Virtual Reality (VR) erlebbar macht.

Art Director Bruno Mandolesi gründete gemeinsam mit dem Südtiroler Creative und Art Director Alexander Egger und dem aus Padua stammendem Software-Entwickler Riccardo Stecca im September 2016 das Startup Realer GmbH mit den drei Standorten London, Berlin und Bruneck. „Dadurch können wir unsere Kunden aus den unterschiedlichen Ländern besser bedienen, erhalten mehr Internationalität und eine größere Strahlkraft nach außen“, betont Bruno Mandolesi. Nicht nur das pure Erlebnis sondern auch Schulungen werden forciert. Nichts zu tun hat das Ganze jedoch mit Pokémon GO. Zwar hat dieses Spiel den Wortschatz und das Wissen vieler um die Augmented Reality (AR) erweitert, mehr als eine Spielerei sei es jedoch nicht, urteilt Bruno Mandolesi.

Bedrohlich schnell und dröhnend laut schiebt sich die Lawine auf dich zu

Vor allem im Bereich der Schulung und des Trainings sieht der Startupper ein großes Potenzial und auch eine enorme Wichtigkeit für den Einsatz der Virtuellen Realität. Ein Beispiel dafür ist ihr Simulationstrainer zur Lawinenprävention: „Investiere eine halbe Stunde. Es kann dein Leben retten“, wirbt das Startup für AVALANCHE VR. Damit können riskante Entscheidungen in Extremsituationen getroffen und deren Konsequenzen erlebt werden. Ab dem 15. September ist AVALANCHE VR im Google Play Store und HTC Viveport erhältlich.

Einmal Brenner-Basis-Tunnel bitte

Ein weiteres Projekt ist das Sichtbarmachen des Brenner-Basis-Tunnels. „Die Technologie der Virtuellen Realität bietet sich optimal dafür an“, erklärt Bruno Mandolesi, „Durch dieses Projekt wollen wir den Menschen weltweit die Möglichkeit bieten, das Innere des Tunnels zu besichtigen und zu erleben.“ Die Brenner-Basis-Beobachtungsstelle in Italien wollte für mehr Transparenz sorgen und hat diesen Auftrag dem Startup übergeben.

„Ein weiteres spannendes Projekt im Tourismusbereich steht im September an. Bei der Hotelmesse 2017 in Bozen wird es offiziell angekündigt“, verrät der Startupper.

Senkrechtstart

Nicht schlecht für ein Unternehmen, das noch nicht mal ein Jahr alt ist. Das kann wohl darauf zurückzuführen sein, dass die Gründer mit einem völlig neuen Produkt aufgetreten sind. Außerdem konnte das Startup auf einige rechtliche und finanzielle Erleichterungen bauen, die es in Italien für Startups gibt. „Die Gunst der Stunde wollten wir nutzen und so haben wir unser Unternehmen gegründet“, erklärt Bruno Mandolesi und holt noch weiter aus, „die Startup Innovativa hat den Vorteil, dass ein Investor das investierte Kapital im Folgejahr zu 30 Prozent von der Steuer absetzen kann. Außerdem entstehen arbeitsrechtliche Vorteile, indem z.B. das Angestelltenverhältnis einfacher zu handeln ist und bei Ansuchen für Forschung und Entwicklung sind Startups auch im Vorteil.“ Die ersten Investoren hat das Startup im Freundes- und Bekanntenkreis gefunden. Zwei Investoren sind nur mit Kapital beteiligt, die anderen sind aktive Gesellschafter. „Die Investoren zu gewinnen war einfach, weil sie verstanden haben, dass die Technologie zukunftsweisend ist. Externe Investoren haben wir noch nie gepitched, weil es noch nicht nötig war. Momentan können wir mit unserem Kapital gut arbeiten, wir haben Aufträge und auch große Projekte am Laufen und sind weiterhin in der Forschung und Entwicklung tätig“, berichtet Bruno Mandolesi.

Marketingstrategien

Bruno Mandolesi blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung im Multimedia-Bereich zurück und kann auf zahlreiche Kunden und Kontakte zurückgreifen. „Unseren bestehenden Kunden haben wir die zukunftsweisende Strategie der VR Technologie erklärt und sie waren begeistert. Wir haben auch Eigenprodukte, die wir vermarkten und wodurch wir Sichtbarkeit erlangen“, erklärt Bruno Mandolesi. Das Startup war auf Messen vertreten und hat im vergangenen Jahr bei der Hotel Messe beim Startup Village gewonnen.

Big Player und Zukunftsmusik

Ein Big Player? Nein, das seien sie bestimmt nicht, meint der Gründer: „Wir haben unsere Nische definiert, in der wir sehr gut sind. Aber für einen Big Player braucht es ganz andere Strukturen. Wir versuchen Ad-hoc-Lösungen zu entwickeln und haben ein paar Produkte, die skalierbar sind, aber ein Big Player sind wir noch nicht.“ Erfreulich und zukunftsweisend sieht Bruno Mandolesi die Haltung großer Firmen wie zum Beispiel Apple, die bei ihrer Entwicklerkonferenz ihren Glauben an die Technologie der AR und VR bekräftigt haben. Infolgedessen ist sich der Gründer sicher, dass die Realer GmbH auf dem Markt gut überleben wird und auch ihren kleinen Teil dazu beitragen kann, die Technologie weiterzubringen. „Aber uns ist klar, wie risikobehaftet das Ganze noch ist. Bis jetzt geht es gut, wir haben viel Arbeit. Wie die Zukunft sich entwickelt, weiß ich nicht“, resümiert Bruno Mandolesi.

Fotos: Realer GmbH

http://www.realer.io/