Das Innsbrucker Startup ReFruit wurde von den drei Studenten Phil (21), Max (23) und Chris (28) gegründet und bietet Fruchtpulver aus gefriergetrockneten Früchten an, aus denen sich mit einem Glas Wasser ganz leicht Smoothies zaubern lassen. Was es bedeutet, als Student ein Unternehmen zu gründen, lest ihr im folgenden Interview.

Zuerst einmal, wie seid ihr auf eure Idee gekommen?

Wir wollten unseren Lebensstil ein bisschen gesünder gestalten und öfter mal einen Smoothie zubereiten. Allerdings folgte auf die Anfangseuphorie die Ernüchterung des Alltags. Obstfliegen in der Küche, braune Bananen, Berge an Biomüll und der ständige Lärm des Mixers machten uns das Leben schwer. Das senkte natürlich die Motivation, Smoothies zuzubereiten. Da kam uns die Idee, ein Fruchtpulver aus 100% Früchten herzustellen, mit dem sich die Smoothie-Herstellung deutlich vereinfachen lässt.

Wie kann man sich die ersten Versuche vorstellen? Habt ihr in eurer Küche Früchte getrocknet und zermahlen?

Tatsächlich begann alles in der WG-Küche. Ich habe mir Bananen gekauft, im Ofen getrocknet und zu Pulver vermahlen. Mit Wasser aufgefüllt hat das allerdings nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Wir haben dann gefriergetrocknetes Obst verwendet und aus dem daraus hergestellten Pulver konnte man mit Wasser einen Smoothie zubereiten.

Und wie ging es dann weiter? Die WG-Küche wurde sicher irgendwann zu klein.

Wir hatten von Anfang an geplant, so viel wie möglich auszulagern. Dazu haben wir verschiedene Hersteller kontaktiert, die Gefriertrocknung anbieten, uns Proben zukommen lassen und schließlich den Besten ausgewählt. Dann ging es an die Rezeptur. Dazu haben wir kiloweise Obstsorten nach Hause bestellt und zusammengemischt. Unsere Favoriten haben wir dann an einige Probanden verkostet und schließlich die zwei Sorten ausgewählt, die derzeit im Angebot sind.

Da traten sicher einige Kosten auf, habt ihr euch um finanzielle Unterstützung bemüht?

Ja, wir haben das Gründungszentrum CAST kontaktiert. Uns wurde eigentlich auch gesagt, dass wir sehr gute Chancen auf finanzielle Unterstützung hätten, allerdings kam es dann zu einem Wechsel in der Führungsebene und wir haben leider nichts erhalten. Daher finanzieren wir uns komplett selbst. Zum Glück haben wir ein Unternehmen, das nicht so kapitalintensiv ist.

Hattet ihr manchmal das Gefühl, als Studenten nicht richtig ernst genommen zu werden?

Nein, Student zu sein war eigentlich kein Hindernis. Viel mehr der Begriff „Start-up“. Der ruft eine gewisse Skepsis hervor. Viele verbinden damit wenig Geld, Unstrukturiertheit und wenig Erfahrung. Bei unserem Lieferanten für das gefriergetrocknete Obst haben wir beispielsweise gemerkt, dass wir nur ein sehr kleiner Fisch im Vergleich zu den anderen Abnehmern sind. Da muss man dann hartnäckig bleiben und immer wieder kontaktieren.

ReFruit Team

Ergaben sich generell irgendwelche Nachteile daraus, dass ihr Studenten seid?

Tatsächlich erscheint es uns sogar leichter, als Student zu gründen. Neben der Uni hatten wir viel Zeit, um sie in unser Projekt zu investieren. Wir sind flexibel und ungebunden, wir haben keine Familie, die es zu versorgen gilt und sind auch finanziell nicht auf das Gelingen unseres Start-ups angewiesen. Im Berufsleben muss man nebenbei noch seinen Job auf die Reihe bekommen oder diesen vielleicht kündigen, ein Risiko, dass wir nicht eingehen müssen.

Eine wichtige Entscheidung bei der Gründung eines Unternehmens ist die Auswahl der Unternehmensform. Welche habt ihr gewählt?

Nach reiflicher Überlegung haben wir uns für ein Einzelunternehmen entschieden. Dafür benötigt man weniger Startkapital, als beispielsweise bei einer GmbH und auch der bürokratische Aufwand ist geringer. Wir sind dadurch auch nicht bilanzierungspflichtig, was uns eine Menge Arbeit erspart.

Hat das nicht den Nachteil, dass das Unternehmen auf dem Papier nur einer Person gehört?

Ja, das stimmt. Deswegen ist es wichtig, dass man ein gutes Team hat und sich untereinander vertraut. Außerdem haben wir einen internen Vertrag, in dem festgehalten ist, wer wie viel Startkapital eingebracht hat und Regelungen für gewisse Eventualitäten enthält.

Gab es unerwartete Probleme, die aufgetreten sind?

Was wir ehrlich gesagt etwas unterschätzt haben, war die Steuer. Die Preisangebote für Obst, Verpackungen usw. waren immer ohne Steuern. Das wussten wir auch, dennoch haben wir uns manchmal fast ein bisschen erschrocken, wie hoch dann der tatsächliche Preis war.

Wie lautet euer Fazit?

Zu Gründen war die beste Entscheidung, die wir machen konnten. Der Lerneffekt war gewaltig! Es ist doch etwas ganz Anderes, sich in der Praxis wirklich damit auseinanderzusetzen. Man lernt Dinge, die man im Studium nicht beigebracht bekommt, z.B. wie man auf Lieferanten zugeht, E-Mails schreibt, seine Idee vorstellt. Ich kann auf jeden Fall jedem nur empfehlen, die Zeit während des Studiums zu nutzen, um zu gründen.

Habt ihr Tipps an andere Gründer?

„Einfach machen!“