SeelenSport heißt das seit dem 1. September 2017 bestehende Startup, hinter dem Katrin Biber steht. Sie träumt nicht nur groß, sondern kennt ihr Ziel und handelt: 2018 soll SeelenSport als Franchise durchstarten, damit nicht nur die Innsbrucker direkt davon profitieren können, sondern möglichst viele.

Warum ein junges Unternehmen zum Franchise werden will

Katrin Biber, ausgebildete Personal-, Gesundheits- und Functionaltrainerin, bloggt seit Mai 2017 über Trauer, ihre Erfahrungen und über Bewegung in der Trauerbewältigung. Selbstständig seit September 2017 bietet sie Gruppen- und Einzeltraining sowie wöchentliche Kurse an, auch Online-Angebote gibt es. Nebenher schreibt sie ein Buch und im nächsten Jahr steht der Schritt zur Franchisegeberin an. „Ich habe etwas sehr Schreckliches und Schlimmes erlebt. Mein Wunsch ist, dass aus dem Negativen heraus etwas Gutes entsteht“, erklärt Katrin Biber. Sie selbst habe nach dem harten Schicksalsschlag, dem Mord an ihrer Schwester, Halt und Hilfe gesucht und bei der klassischen Trauerarbeit nicht das gefunden, das sie suchte. Nun hat sie selbst das Konzept SeelenSport entwickelt, um anderen Trauernden zu helfen.

Damit sie möglichst vielen helfen kann, will sie Menschen nach dem SeelenSport Konzept ausbilden und ihre Geschäftsidee als Franchising-System multiplizieren. Die Idee kommt nicht von irgendwo, sondern es waren andere Trauernde und Trauerbegleiter, die durch Katrins Blog auf das Konzept aufmerksam wurden. „Da kamen Mails aus Düsseldorf, Wien, Dresden und aus vielen anderen Städten. Von Privatpersonen, die sich von SeelenSport helfen lassen wollen und von Trauerbegleitern, die Fortbildungen buchen und mein Konzept anwenden wollen“, berichtet Katrin begeistert, „Andere wollen es sogar als Pflichtprogramm neben der Gesprächstherapie einführen.“

SeelenSport – das Konzept

„Trauernde, können durch die Arbeit mit dem Körper ihre Gefühle besser wahrnehmen, verstehen und annehmen. Mit Übungen, die über den Körper die Seele berühren, wird der Mensch ganzheitlich gestärkt“, erklärt Katrin. Ihr Konzept baut auf unterschiedliche Kursen auf: Bewegte Trauer, Bewegte Wut, Bewegte Balance, Bewegte Freude… Darin enthalten sind eine breite Palette von stark gefühlsorientiert Bewegungsabläufe, von der Startupperin selbst konzipiert. „Nehmen wir die Stolzübung“, erklärt Katrin, „Viel zu selten sagen sich Trauernde, wie stolz sie auf sich sind. Durch das Hand auf die Schulter legen sollen die Trauernden das Stolz sein üben. Oder die Freudenübungen: Dabei macht man verschiedene Koordinationsübungen mit lustigen Sprüngen, bei denen Lachen hervorkommt. Dies zeigt den Trauernden, dass es im Leben auch Freude gibt. Ein weiteres Beispiel sind die Klimmzüge, welche den Trauernden zeigen, es ist schwer, es schmerzt, aber irgendwann kann ich mich selbst rausziehen.“

Franchise – Was ist das?

Kurz um: Franchising basiert als Vertriebsform auf einer Partnerschaft zwischen dem Franchisegeber und mehreren Franchisenehmern. Der Franchisegeber erlaubt dem Franchisenehmer die Nutzung seines Geschäftskonzeptes sowie seiner Marke und bietet ihm darüber hinaus seine Markterfahrung und seine Beziehungen. Dadurch expandiert das Geschäft schneller. Der Franchisenehmer seinerseits wird zum selbstständigen Unternehmer, bleibt jedoch an das Image des Franchise gebunden. Normalerweise zahlt der Franchisenehmer einerseits eine Einstiegsgebühr sowie einen monatlichen Fixbeitrag an den Franchisegeber, andererseits erhält er passende Aus- und Weiterbildungen.

Bereit?

SeelenSport ist mittlerweile eine geschützte Marke in Österreich, im kommenden Jahr will Katrin ihre Marke im deutschsprachigen Raum anmelden und schützen lassen. Aber das ist nur ein Schritt von vielen, auf dem Weg zum Franchise.

Ein wichtiger Punkt für den Erfolg ist der Bekanntheitsgrad sowie ein großer Kundenstock. „Das Feedback meiner LeserInnen ist enorm. Meine Arbeit wird gewünscht, da viele Trauernde auch die körperlichen Folgen spüren. Außerdem wollen die Menschen einen offeneren Umgang mit Trauer“, weiß Katrin. Zudem besitze SeelenSport einen Einzigartigkeitswert auf dem Markt. Es gebe keinen Ansatz in der Trauerbegleitung, der während der Bewegung die seelischen Belastungen anspricht und behandelt.

Nur Unterstützung, die muss sie sich für die Expansion ihres Unternehmens holen, räumt Katrin ein. Bisher ist sie Chefin, Bloggerin, Marketingverantwortliche und Kursleiterin in einem.

Schwierigkeiten für Franchisegeber

Das Finden passender Franchisenehmer sieht Katrin als schwierigstes Unterfangen: „Einerseits will ich keine Trauerbegleiter haben, die keine Ahnung von Sport und Anatomie haben, andererseits braucht SeelenSport auch keine Fitnesstrainer, die nur über Muskeln reden und das Trauerkonzept außer Acht lassen.“ Mit diesen Bedenken ist Katrin nicht alleine: Die WKO listet das Rekrutieren geeigneter Franchisenehmer an erste Stelle auf ihrer Liste der Nachteile für Franchisegeber. Weiters ist darauf zu finden: schwierige Unternehmensführung und längere Vorlaufzeit bis zum Start des Systems. Katrin sieht ein weiteres Problem bei der Qualitätssicherung. Dieser Punkt sollte unter anderem seinen Platz im Franchisevertrag finden.

Rechtliche Grundlage

Der Franchisevertrag ist zwischen den Unternehmenspartnern das Um und Auf, weil es in Österreich kein Franchisegesetz gibt. Im Vertrag sind die Rechte und Pflichten sowie die erforderlichen Leistungen beider festgeschrieben. Die wichtigsten Punkte in diesem Vertrag umfassen das Kapital und die Laufzeit, die Schutzrechte der Marke, das Wettbewerbsverbot, die Gründungshilfe und die Marketingstrategie. Zwingende Rechtsgrundlagen, wie etwa das Kartellrecht oder das Konsumschutz-Gesetz, dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Zukunftsaussichten

Kommenden Spätsommer soll SeelenSport als Franchise starten, verspricht Katrin. Und in fünf Jahren? Diese Frage zaubert ein Lächeln auf Katrins Gesicht. Die junge Startupperin weiß genau, wohin sie will. „In fünf Jahren wird SeelenSport in allen größeren Städten als anerkannte Methode vertreten sein, auf die Trauernde und Trauerbegleiter zurückgreifen. Die Leute werden wissen, es gibt Katy von SeelenSport, sie hat es geschafft und sie kann mit ihrem Konzept auch mir helfen. Wenn ich so weiterarbeite wie bisher, funktioniert es“, ist sich die Startupperin sicher.

Foto: Kathrin Biber