Die startupstube der FH Vorarlberg

Im zweiten Stock des Hauptgebäudes der FH Vorarlberg in Dornbirn erwarten mich die beiden Co-Gründer der startupstube, Magdalena Meusburger und Thomas Metzler. Nicht etwa in einem Büro. Nein, der Meet up Space ist im Gang, sichtbar und kontaktfreudig. Denn die startupstube will hoch hinaus, will Einhörner hervorbringen. Alle gründungsinteressierten Studierenden, Alumni-Mitglieder und Mitarbeiter der FH Vorarlberg finden dort eine erste Anlaufstelle.

Unicorns, das sind Unternehmen, die herausstechen und den Unterschied ausmachen. Ebensolche hervorzubringen ist die Vision der startupstube. Eine ambitionierte, zugegebenermaßen: Aber wer hoch hinaus will, muss groß denken. Das Potenzial ist vorhanden, da sind sich die beiden Co-Gründer einig: Superheroes sind auch im Ländle möglich. Die FH Vorarlberg mit ihrem Mix aus technischen, betriebswissenschaftlichen, gestalterischen und sozialen Studienrichtungen schaffe einen sehr guten Nährboden für Innovationen. „Man soll in Richtung Silicon Valley schauen“, betont Magdalena, „aber sich auch hier austauschen und von den bewährten international angesehenen Vorarlberger Firmen wie auch von den bereits erfolgreichen Startups der Region inspirieren lassen.“ Die beiden Co-Gründer wissen, wovon sie reden. Beide haben internationale Erfahrung als Forscher, Gründer und Dozenten gesammelt, nun lehren sie an der FH Vorarlberg und pushen dort die startupstube.

„Wenn wir es schaffen, das Silicon Valley Mind Set mit unserem Hausverstand zu kombinieren, sind wir unschlagbar“

… ist sich Magdalena Meusburger sicher und darauf arbeiten sie hin. Vom individuellen Mentoring, über Events, bei denen man in direkten Austausch mit Gründern und Gründerinnen treten kann, von Kursen und einem internationalen Netzwerk, von dem Startupper profitieren können, bis hin zu der Zukunftsreise nach Shanghai oder ins Silicon Valley – die Leistungen der startupstube können sich sehen lassen.

Anlaufstelle und Partnerinstitution für die ersten Schritte

Ist die Idee für ein Unternehmen geboren, fungiert die startupstube als erste Anlaufstelle. Magdalena und Thomas besprechen die Idee und das Geschäftsmodell gemeinsam mit den Gründungsinteressierten, die Lean Startup-Methode wird dann zum Validieren und Testen am Markt verwendet. Hat eine Idee Potential, hilft die startupstube bei der Suche nach Investoren, ersten Kunden oder legt den Kontakt zu anderen Vorarlberger Serviceeinrichtungen, erklärt Thomas. „Wir sehen uns als ein Puzzle-Stück in dem ganzen Eco-System, das in Vorarlberg für Startups da ist. Wir wollen keine Förderberatung, rechtliche oder steuerliche Tipps geben, das ist nicht unsere Rolle. Bei uns geht es darum, aus einer ersten Idee ein skalierbares Geschäftsmodell zu entwickeln.“

Eine Handvoll Projekte werden momentan betreut. „Zum Beispiel die Limomacher“, erzählt Magdalena stolz „Sie haben im B2C Bereich begonnen, sind dann in den B2B Bereich eingestiegen und jetzt gibt es die personalisierten Limonaden auch im Handel. Mittels der Lean Startup Methode haben sie aktuell ein neues Produkt auf den Markt gebracht: Franz von Durst – Tonic Water in großen Flaschen.“ Ein weiteres Projekt ist Unisono, eine App, die hilft, das Vereinsleben zu managen.

Eine langfristige Einhornzucht?

Für die beiden Co-Gründer soll die startupstube ein nachhaltiges Projekt sein. Vorerst ist es für fünf Jahre gesichert. Gefördert wird es durch das Programm AplusB Scale-up des Innenministeriums. Die Antragstellung erfolgte durch die FH Vorarlberg sowie des v-start Kompetenzzentrums für Unternehmensgründung GmbH als Kooperationspartner. In enger Zusammenarbeit mit vielen Partnern und Institutionen in Vorarlberg können Startups durch die Fördermittel aus dem AplusB Scale-up-Programm besser betreut und unterstützt werden. Insbesondere die nationale und internationale Zusammenarbeit mit gründungsrelevanten Netzwerkpartnern wird durch AplusB Scale-up verstärkt werden.

Vom Silicon Ländle und dem urban-village

„Die startupstube ist einer von drei Servicepoints des urban-village, einem entstehenden Netzwerk in Vorarlberg, das für Vernetzung und Austausch sowie die Verwertung innovativer Ideen steht“, holt Magdalena nochmals aus. Neben der startupstube bilden der Gründerservice der WK Vorarlberg und der Wirtschaftsstandort Vorarlberg weitere Servicepoints und bieten ein kostenloses Beratungsnetzwerk im Startupland Vorarlberg. Die ersten Projekte der startupstube versprechen schon mal Gutes, sodass bereits vom Silicon Ländle die Rede war. „Unsere Vision ist einfach, die ganzen tollen Projekte, die hier brodeln, zu unterstützen und auf den Markt zu bringen“, resümiert Magdalena.

Die offizielle Eröffnung feiert die startupstube am 28. Juni in der FH Vorarlberg. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. Anmeldung unter veranstaltungen.fhv.at

Fotos: Thomas Metzler & Magdalena Meusburger