Interview mit Sirenio

Ein Gespräch mit Chris Wielach (Sales und Business Development), einem der Gründer von Sirenio in Innsbruck.

Was heißt und steckt hinter Sirenio?

Sirenio ist das spanische Wort für „Seekuh“. Chris erklärt: „Das hat mit unserem Produkt erstmals nichts zu tun. Wir sind eigentlich zufällig auf diesen Namen gekommen. Damals, auf der Suche nach einer Brand für unsere Idee, haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen, die Seekuh, deren Friedfertigkeit uns begeisterte, als Grundlage zu nehmen. Ihr findet sie im Logo und im Namen. Wir finden auch, dass „Sirenio“ einen guten Klang hat – das war uns sehr wichtig.“

Was bezweckt Sirenio?

Die Vision ist, dass jeder Mensch gleich seiner Herkunft, Religion oder Geschlecht und egal wie hoch die ihm zur Verfügung stehenden Mitteln sein mögen, mitbestimmen kann, was die Innovationen der Zukunft sein sollen. Dies sei aber aktuell aufgrund von Kapitalkraft und Marktposition großen Banken und Investmentfonds vorbehalten. „Crowdfunding, und Crowdinvesting im Speziellen, haben das Potential dieses althergebrachte System aufzubrechen. Allerdings sehen wir hier einige Probleme, vor allem was die uneinheitlichen Prozesse nach einem Crowdinvesting betrifft. Wir wollen hier unseren Teil dazu beitragen, indem wir mithelfen das gesamte Ökoystems des Crowdinvesting zu stabilisieren“, verrät uns Chris.

Wo hakt es denn aktuell beim Crowdinvesting?

Jeder weiß, dass im Geschäftsleben Vertrauen immens wichtig ist. Das gilt besonders für Crowdinvesting. „Bei Crowdinvesting investiert eine große Anzahl von Einzelpersonen mit unterschiedlichem Wissensstand in ein Unternehmen. Verständlicherweise wollen diese Investoren regelmäßig erfahren, wie es um das Unternehmen und ihr Investment steht. Der Status Quo ist, dass hier oft kaum bis schlechte Kommunikation und Interaktion stattfindet. Die fehlende Transparenz und Informationsasymmetrie führen dazu, dass die Investoren ihr Vertrauen in das Unternehmen und schließlich auch ihr Interesse am Crowdinvesting verlieren. Werden die Investoren nicht gut informiert, wenden sie sich wieder anderen Anlagemöglichkeiten zu“, so der Gründer. Dem gilt es entgegenzuwirken. Laut ihm wird auch das Eco-System langsam darauf aufmerksam und merkt, dass engere Beziehungen zwischen Unternehmen und den Crowdinvestoren geschaffen werden müssen, um Crowdinvesting auf lange Sicht als Finanzierungsform zu etablieren. Was also tun? „Um Vertrauen in den Crowdinvestingmarkt aufzubauen ist regelmäßige aktive Kommunikation mit den Investoren notwendig. Es bedarf verbesserter Investor Relations, die eine Community zufriedener Investoren um das Unternehmen herum schaffen. Wir haben das “Community Crowdinvesting” getauft“, fasst Chris zusammen.

Wie will Sirenio „Community Crowdinvesting“ etablieren?

Sirenio bietet eine Investor Relations Plattform für Unternehmen, die sich über Crowdinvesting finanziert haben. Sirenio gibt diesen nicht nur die Möglichkeiten für aktive Kommunikation und Vertrauensaufbau in die Hand, sondern zeigt ihnen auch wie sie das am besten anstellen und wie sie langfristig davon profitieren. „Das wissen viele nämlich nicht“, meint Chris und fügt hinzu: „Wir wollen damit ermöglichen, dass sich Communities um die finanzierten Unternehmen bilden. Diese können die Unternehmen für allerlei Zwecke nutzen. Man darf die Investoren nicht nur als Geldgeber sehen, vielmehr sind sie Business Angels. Die Power der Crowd kann enorm sein, aber dafür braucht es … richtig, Vertrauen.“

Positive Einflüsse auf die Ziele und den Erfolg des finanzierten Unternehmens

Unternehmen können die Kontakte aus den Netzwerken ihrer Investoren nutzen, sie um Kunden-, Mitarbeiter-, oder Geldgeber Empfehlungen bitten und auf das Branchen Know-How von diesen zugreifen. „Das Unternehmen darf seine Geldgeber nicht nur als solche sehen, sondern muss verstehen, dass es eine Vielzahl größerer und kleinerer Business Angels an Bord hat“, streicht Chris heraus. Zusätzlich können Investoren in ihren Netzwerken Marketingmaßnahmen des Unternehmens auf Social Media promoten. Bei im Schnitt 200 Investoren mit im Schnitt 250 Kontakten ergibt das einen potentiellen direkten Spread von 50.000. „Last but not least hilft eine gute Beziehung auch, sollte das Unternehmen weiteres Kapital von den Investoren benötigen“.

Fortschritte der Plattform

Sirenio befindet sich aktuell in der Prototypphase und arbeitet am product-market fit. „Wir haben schon einiges an Funktionalität programmiert und konzentrieren uns gerade darauf, die Usability gemeinsam mit unseren Pilotkunden zu verbessern. Wir arbeiten seit jeher nach dem „lean approach“, verbessern unser Produkt in enger Zusammenarbeit mit unseren Pilotkunden um die bestmögliche Usability zu erreichen“, erzählt der Gründer.

Die Ziele der nächsten Jahre

Sirenio begann im Jänner 2016 und feiert demnächst das einjährige Jubiläum. Die nächsten Jahre scheinen sehr spannend zu werden. Der Sales Manager berichtet, dass im ersten Schritt die Investor Relations Plattform im Crowdinvesting Eco-System etabliert wird, um im zweiten Schritt digitales Equity Management hinzuzufügen. Dies sollte spannendes mit sich bringen, denn aus der Kommunikation der Unternehmen mit ihren Investoren würden sich Informationen, die im Endeffekt die Transparenz zwischen Unternehmen und Investor erhöhen und die Informationsasymmetrie reduzieren, ergeben. Diese dann am Markt vorhandene Transparenz wird im long run notwendig sein, damit sich ein liquider und stabiler Sekundärmarkt bilden kann, meint der Gründer abschließend.

Der Arbeitsalltag bei Sirenio

Im Mittelpunkt steht für Sirenio Verantwortung, Freiheit, Zufriedenheit und ein gesunder Lebensstil. Jeder der fünf Gründungsmitglieder hat Verantwortlichkeiten und Ziele für seine Bereiche im Unternehmen. Die Einteilung der Arbeitszeit und die Wahl des Arbeitsortes bleiben flexibel. Das kann dann auch schon mal die Hängematte sein. „Natürlich haben wir aber fixierte Termine, wo wir das Erreichte Revue passieren lassen und die nächsten Schritte planen. Wichtig ist uns, dass wir unsere Ziele erreichen. Auf dieser Basis können wir von überall, losgelöst von einem 9-5 Arbeitstag an unserer Mission arbeiten. Diese Flexibilität pusht unsere Kreativität und Motivation. Neben der Arbeit, achten wir aber auch sehr darauf Zeit für Sport, Familie und Freunde zu haben“, verrät uns Chris. „Wir sind offen, neugierig und abenteuerlustig.“

Warum sollte man bei Sirenio mitmachen?

Sirenio verfolgt eine große Vision und hat weltweite Ambitionen. Im Gespräch merkt man, dass sie für ihr Projekt eine große Leidenschaft haben. Motiviert beendet Chris das Gespräch: „Wir versuchen uns gegenseitig jeden Tag zu fordern, um unser volles Potential im beruflichen, wie im privaten Leben zu erreichen. Wenn ihr Träume habt, auf geht’s, gründet, ihr habt nur ein Leben. Wann also, wenn nicht jetzt…? Ihr habt tatsächlich die Möglichkeit die Welt ein kleines Stück mit zu verändern. Das ist das bisschen Risiko jedenfalls wert.“

Copyright der Fotos: Sirenio