Skifahren, Pitchen und Vernetzen   

Bereits zum dritten Mal trafen sich junge internationale Unternehmerinnen und Unternehmer, Business Angel und sonstige Startup-Insider und -Interessierte als auch Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft, um Entrepreneurship auf die Tiroler Pisten und in die Skihütten zu bringen.

„I wish you all cool days – but not in relation to the weather“, so Jürgen Bodenseer, Präsident der Wirtschaftskammer, beim Abendempfand im Wifi. Sein guter Wunsch sollte in Erfüllung gehen, denn das Ski-Wetter passte. Und auch die Coolness kann man Skinnovation nicht absprechen. Denn diese Startup-Konferenz ist weltweit wohl einzigartig, der Spaß-Faktor groß. Das Konzept verbindet internationale Innovation und Expertise mit der atemberaubenden Kulisse der Tiroler Berge. Das gemeinsam Skifahren und der Hütten-Charme schaffen eine vertraute Atmosphäre, um gegenseitige Ideen auszutauschen, sich zu vernetzen und in Bereichen wie Marketing, Design Thinking oder Dos and Don’ts der Unternehmensgründung weiterzubilden. Skinnovation ist insbesondere dafür gedacht, um aus den Erfahrungen von anderen Gründerinnen und Gründern zu lernen und immer wieder neue Perspektiven zu gewinnen.

Tag 1

Das Event begann am Donnerstag, 09. März 2017, mit einem Welcome-Abend im Wifi, bei dem das Kennenlernen und bereits die ersten Keynotes auf dem Programm standen. Motto: Tyrolean Evening. Eindrucksvoll war der Erfahrungsbericht von Sibilla Kawalla, Gründerin von Limberry. Trotz guter Öffentlichkeitsarbeit, diversen Preisen und enormem Medien-Echo stand ihr Startup mehrmals kurz vor dem aus. Sie konnte kaum Kunden akquirieren. Erst als sie die Nische für den Online-Vertrieb von Dirndln entdeckte, konnte sie reüssieren. Ihr Appell: „Don’t just talk – Do it!“. Gutes Marketing ist also wichtig, aber: Ohne tatsächlichen Markt kein Erfolg.

Tag 2

Am Freitag fuhren alle gemeinsam in das Skigebiet Axamer Lizum unweit von Innsbruck. Aufgrund des Windes und der akuten Lawinengefahr konnten die Liftanlagen zunächst nicht in Betrieb genommen werden. Der Schneegott war kurz darauf gnädig, das Programm konnte wie geplant ablaufen. Drei Sessions mit verschiedenen Vorträgen und jede Menge Ski & Snow. Am Abend dann das große Party-Special: Skinnovation lud auf die auf 1.905m gelegene Seegrube zum gemeinsamen Dinner und der anschließenden Iglu-Party in der Cloud 9. Für viele ein unvergessliches Erlebnis.

Tag 3

Der dritte und wettertechnisch schönste Tag, führte die Skinnovators am Samstag ins Stubaital zur Schlick 2000. Wiederum gab es ein Angebot an inspirierenden Workshops und Keynotes, etwa von Sabrina Schönborn. Sie hat mit ihrem Unternehmen Sugar Shape den Markt für BHs revolutioniert. Ihre VIBs (Very Important Bras) bietet sie in 60 verschiedenen Größen an – weltweit einzigartig. Ihr Erfolgskonzept: longterm relationship in der Kundenbindung und die professionelle Beratung bei individuellen Problemen. Ihr Motto: „Shopping should be fun“.

Als außergewöhnlich kann auch der Vortrag von Michael Schmidt, Co-founder von Icaros, bezeichnet werden. Der unkonventionelle Unternehmer sprach zum Thema „how to make mistakes and survive“, brach dabei mit einigen bekannten Regeln der Unternehmensführung und der Welt der Startups. Er lieferte teils provokante Thesen: 

  1. Stay as expensive as you are!
  2. Don’t let anybody push you – don’t move too fast. It’snot important to be the first!
  3. Unicorns do not exist. Don’t try to become Tiger Woods!
  4. Don’t use business plans!
  5. Be small, movable and unbureaucratic – start small!
  6. Love your competitors – they could be your best friends!
  7. Don’t try to be Steve jobs – hero time is over!
  8. No structure, no sorting, no labelling – it kills innovation!
  9. Don’t pitch to much – you will never catch investors within three minutes. Never.
  10. Don’t convince your investors. Convince yourself!

Schmidt machte Eindruck. Einen solchen hinterließ auch die gemeinsame Talfahrt, angeführt vom Skinnovation-Maskottchen samt Fahne – dem Yeti – und der Initiatorin Kathrin Treutinger. Verletzungen gab es auch heuer keine. Am Abend fanden sich schlussendlich alle in der „Bäckerei“ in Innsbruck ein, um nach einem Dinner im  finalen Startup-Contest die heurigen Gewinner zu küren und das Event gebührend ausklingen zu lassen.

Die große Freiheit

Jeder Skinnovator konnte sich ganz ungezwungen sein eigenes Programm zusammenstellen. Neben den Vorträgen auf den Skihütten bestand die Möglichkeit seine eigene Idee vor einem Mentor zu pitchen, und zwar auf dem Skilift. Darüber hinaus konnte man jederzeit über die Pisten wedeln, gegen den Yeti ein Ski-Race bestreiten und ein begehrtes Foto mit ihm ergattern. Und an den Abenden auch einmal gepflegt Party machen.

Hard Facts

*Donnerstag, 09. März  bis Samstag, 11. März 2017 in Innsbruck & Umgebung

 *2 Skiregionen mit 65 Pistenkilometer (Axamer Lizum/Schlick 2000)

 *250 Skinnovators & 30 Speaker aus aller Herren Länder

 *Workshops & Vorträge in den Skihütten, Pitching & Mentoring am Skilift

* Abendprogramm mit Networking, gemeinsamen Dinners und Parties sowie Pitching-Contests