Am 20. Oktober 2016 fand im COWO Tirol auf Innsbrucks Hausberg, dem Patscherkofel, der StartUp Club Tirol in einem internationalen Setting statt. Ziel war es, den jungen Unternehmen aus Israel und Asien eine Plattform zu bieten, um sich vorzustellen und potentielle Investoren und Partner kennenzulernen.

„Tal ab!“, funkt der Seilbahnführer der Patscherkofelbahn, mit der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Startup-Club Tirol zum „höchsten Coworking Space der Alpen“ auf fast 2000 Metern gelangen. Bei der Bergfahrt erhält man einen atemberaubenden Blick auf die Stadt Innsbruck und die Umgebung. Ein Investor und Startup-Gründer aus Bombay schießt fleißig Fotos. Warum er gerade hier nach Innsbruck gekommen ist, frage ich ihn: „It’s the nature, the mountains. I love this place, I want to start projects here.“

Einmal mehr wird die enorme Bedeutung der Tiroler Berge und der Schönheit der Natur als Start-Kapital für den Tourismus und die Vermarktung des Wirtschaftsstandorts ersichtlich. Es ist der Ausgleich zwischen ländlichem und urbanem Raum, zwischen Innovation und Geschwindigkeit auf der einen, und Entspannung und Ausgeglichenheit auf der anderen. „It’s the nature, stupid“.

Die Location

Der COWO Tirol, der Ort, an dem die Veranstaltung stattfindet, kann mit einem Wort beschrieben werden: hip. Hier wird versucht, eine Arbeits- und Begegnungsstätte mit Wohlfühl-Faktor für junge Unternehmer und Startups anzubieten. Neben klassischen Schreibtischen gibt es Sitzsäcke und bequeme Sofas, sogar einen Wurzeltisch für zwischendurch. Und hippe Musik. Auf der Terrasse stehen Hollywood-Schaukeln, Feuerstellen inklusive. Der Blick ins Tal hat etwas, vor allem wenn es dämmert: Innsbruck leuchtet unten, die Sterne leuchten oben. Die Stadt scheint so nah. Aber auf 2000m steht man über den Dingen, neue Ideen kommen ohne Druck, ganz ungezwungen. Gelebte Lässigkeit.

Das Event

Der StartUp Club beginnt in entspannter Atmosphäre. 10 Startups, die vier Tage in Tirol verbringen, sollen sich möglichst kurz vorzustellen – auch „pitchen“ genannt. Ihre Herkunft ist so vielfältig wie ihr Tätigkeitsbereich: Dieser reicht von Medizintechnik bis zu Bio-Baustoffen, Automotive und IT. Neben Israel ist der südostasiatische Raum mit Unternehmen aus Hongkong, Singapur, Indonesien und Japan stark vertreten. Warum? Diese Märkte sind momentan sehr attraktiv und aktiv, wachsen stark und wollen expandieren.

Die Unternehmen sind zwischen zwei und sieben Jahre alt, haben mehrheitlich bereits ein fertiges Produkt anzubieten und wollen nach Europa. Tirol könnte da als Standort im Herzen des Kontinents durchaus in Frage kommen.

Das Setting ist originell und kurzweilig: Jedes Startup hat drei Minuten Zeit für eine kompakte Präsentation, danach kommen zwei Minuten Diskussion und die Möglichkeit, genauer nachzufragen. Am Ende erfolgt eine demokratische Wahl über den Sieger.

Der Zeitplan wird strikt befolgt – der der schlagfertige Moderator überwacht die Einhaltung der Redezeit penibel. Das führt mitunter zu lustigen Situationen und viel Improvisation. Manche Präsentatoren kommen genau zum Punkt, andere werden unterbrochen. Wieder andere kommen verfrüht zum Ende. Für eines bleibt jedoch immer Zeit: den Spaß.

Nachdem sich alle Unternehmen präsentieren konnten und der Sieger feststeht, gibt es noch die Möglichkeit, sich zu vernetzen und in lockeren face-to-face Gesprächen Investoren und neue Partner kennenzulernen.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Vor allem die informelle Atmosphäre und die Lässigkeit der Location haben dazu beigetragen. Es wurde gescherzt, viel gelacht und kulturelle Verschiedenheiten wurden aufs Korn genommen. Und das wichtigste: junge, internationale Unternehmen haben neue Chancen im Standort Tirol erkannt und neue Partner gewonnen.