Die Startup Live Event Reihe macht regelmäßig Halt in verschiedenen europäischen Städten. Das Konzept ist simpel: Jeder kann seine Idee vor den anderen Teilnehmern pitchen, dann werden Teams geformt und es wird ein Wochenende lang mit Unterstützung von Mentoren an den Ideen gearbeitet. Am letzten Tag werden bei den finalen Pitches dann in verschiedenen Kategorien die Sieger Startups prämiert. Zusätzlich qualifizieren sich die besten Ideen für den jährlichen Demo Day und dürfen in Wien vor internationalen Investoren pitchen.

Das Hall in Innsbruck

Das Startup Live Event fand vom 25.11-27.11. nun zum dritten Mal in Innsbruck statt. Für mich war es das erste Mal, dass ich daran teilnahm. Auf Grund des angegebenen Standortes „Innsbruck“ war ich leicht verwundert, als die Adresse der Location herausgegeben wurde: Berg&Werk, Hall. Tatsächlich führte diese Adresse in ein Industriegebiet direkt hinter dem Ortseingangsschild.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde uns versichert, dass die Location zwar faktisch in Hall liegt, aber eigentlich so gut wie in Innsbruck ist und Startup Live Innsbruck einfach ein ganz anderes Gewicht im Namen hat,  als Startup Live Hall. Dem kann man nur Recht geben und da ich problemlos hingefunden habe, störte mich diese kleine geographische Ungenauigkeit auch nicht weiter.
Gleich die enthusiastische Eröffnung des Events durch den Veranstalter Georg Kuttner erzeugte in allen eine Begeisterung für Startups und den Wunsch, sofort loszulegen.
Doch bevor die Arbeit begann, durften alle Teilnehmer, die mit einer Idee angereist waren, diese in einem 90 Sekunden Pitch vorstellen. Daraufhin bildeten sich Teams, die über das Wochenende an dem Projekt arbeiten würden. Das Schöne an Startup Live ist, dass man keine eigene Idee für ein Startup benötigt, um daran teilnehmen zu können, sondern sich einer bereits bestehenden anschließen konnte.
Nach dem Essen wurde uns die WhatAVenture-Innovationsbox vorgestellt, mit deren Hilfe wir über das Wochenende unseren Businessplan erarbeiten sollten. Und dann endlich durften wir anfangen an unseren Startup Ideen zu arbeiten, es war immerhin schon 21:00Uhr.

Work, work, work…

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Arbeit. Dabei standen uns Mentoren und Experten zur Seite, die wichtigen Input für jede Idee lieferten. Dazu gehörten neben Anregungen und Expertenwissen, wie man gewisse Sachen am besten Umsetzen könnte, auch Kritik. So setzte ein Team, das Drohnen für die Lawinenrettung entwickeln wollte, einen neuen Fokus. Ihnen wurde in den Gesprächen klar, dass es bereits fortgeschrittene Projekte in diesem Bereich gibt.
Die erhaltene Kritik war nicht nur hilfreich, sondern auch äußerst wichtig. Viele brennen anfangs so stark für ihre Idee und meinen, damit die Welt verändern zu können, dass sie darüber hinaus übersehen, ob es tatsächlich einen derartigen Markt dafür gibt. Die WhatAVenture-Innovationsbox sollte uns genau dabei unterstützen. Es ist immer besser, sich in der Anfangsphase neu zu orientieren, als wenn man schon viel Arbeit, Zeit und möglicherweise auch Geld hineininvestiert hat.
Nach dem Abendessen folgte ein Pitch-Training und darauf der wohl lustigste Teil der gesamten Veranstaltung: Jeder Teilnehmer sollte je einen Begriff auf zwei Zettel schreiben. Anschließend wurden nacheinander Personen ausgewählt, welche zwei Zettel ziehen mussten, die den Namen ihres Startups bildeten, welches sie nun zu pitchen hatten. Fantasievolle Namen wie „Hairy sausage“ ließen verrückte Startups entstehen. Dabei identifizierten sich einige so dermaßen mit ihrem Fake-Startup, dass man fast meinen konnte „Shoe snake“ wäre ein echtes Ding und man könnte kleine Schlangen kaufen, die in den Schuhen herumwuseln und einen regelmäßig in die Füße beißen, um einen zu erinnern, die Schuhe auch mal auszuziehen. In diesem Spiel konnte man die Spontanität und den Witz der Präsentierenden erkennen und ausnahmslos alle hatten sehr viel Spaß daran!

Mit viel Konfetti

Am Sonntag wurde schließlich an den Präsentationen gearbeitet und gegen 16 Uhr war es Zeit für die Final-Pitches. Acht Projekte wurden innerhalb von 3 Minuten vorgestellt und in der anschließenden Frage-Antwort Session von der Jury näher unter die Lupe genommen. Und wenn es hieß 3 Minuten, dann waren auch exakt 3 Minuten gemeint, wer mehr Zeit benötigte wurde von einem schrillen Weckerklingeln unterbrochen und durfte nicht weiter darüber reden. Dass einige Teilnehmer die Zeit überschritten, spiegelte ein wenig ihre Entwicklung vom Anfang des Events wieder, wo viele keine 60 Sekunden mit ihrer Idee füllen konnten.
Nach einer Beratungspause gab es anschließend die Siegerehrung – natürlich mit Konfetti für jeden Gewinner. Prämiert wurden

Unisono – Gesamtsieger; eine App, die Vereinsbesitzern und anderen Veranstaltern dabei helfen soll, alle ihre Gäste auf unterschiedlichen Kanälen zu erreichen.

City herooo – Preis für den besten Pitch; eine interaktive Stadtführung

Start somewhere – Community Preis, der von allen Teilnehmern via Abstimmung über die App gewählt wurde; eine Bauweise, die in Slums verwendet werden kann, um den dortigen Bewohnern stabile und sicherere Gebäude zur Verfügung zu stellen

Zum Schluss gab es noch ein Foto mit allen Anwesenden und – natürlich – noch mehr Konfetti!

Tolle Erfahrung!

Abschließend kann ich nur jedem raten, beim nächsten Startup Live Event teilzunehmen! Ich habe an diesem Wochenende viele enthusiastische, freundliche und kreative Menschen kennengelernt. Neben dem ganzen fachlichen Input von Mentoren und Experten, den man jedem Startup nur empfehlen kann, wurde man mit viel Witz auf Seiten des Organisators Georg Kuttner durch die Programmpunkte geleitet und bekam wertvolle Tipps für den perfekten Pitch. Dass die Veranstaltung allen Teilnehmern viel Spaß bereitete, zeigen besonders die zahlreichen lustigen Fotos, die in der Fotobox entstanden sind.
Vielleicht findet es im nächsten Jahr auch wieder in Innsbruck statt, denn gerade am Wochenende kam ich nur mit einem stündlich fahrenden Bus nach Hall, aber auch das würde ich für das nächste Event gerne in Kauf nehmen.

(c) Beitragsbilder: Got it !