Es keat oanfach viel mehr gründet!

 Am 24. November 2016 fand im WIFI Tirol die feierliche Verleihung des diesjährigen Jungunternehmerpreises im Rahmen eines Gala-Dinners statt. Auch startalps.co war wieder vor Ort.

Die Veranstaltung begann mit einem warmen Empfang der Jungen Wirtschaft im WIFI Tirol Gebäude in der Egger-Lienz Straße in Innsbruck. Durch den Hintereingang schlich ich mich etwas unkonventionell zum Empfang, um mich anzumelden. Nach einem Glaserl Sekt wurden wir alle in den Festsaal gebeten. Unter der Co-Moderation des steirischen Kabarettisten Clemens Maria Schreiner mit Clemens Plank (Landesvorsitzender Junge Wirtschaft), nahm der Galaabend seinen Lauf. Schreiner bezeichnet sich selbst als „Rampensau aus Leidenschaft“ – nicht zu Unrecht, denn seine erfrischend humorvolle Art gefiel. Die Schlagfertigkeit des Kabarettisten und seine auf die spontane Situation abgestimmten Sprüche sorgten für den Spaß des Abends.

Unternehmer sein ist das Gefühl, etwas zu erschaffen

Clemens Plank sprach zunächst über den Rekord von 165 Einreichungen beim diesjährigen Jungunternehmerpreis. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer hätten es selten so einfach gehabt, sich selbstständig zu machen und innovative Ideen zu verwirklichen wie heute. Sein eigener Chef sein – das hat einfach etwas für sich, so Plank.  Wäre er selbst nicht Unternehmer geworden, hätte er viele tolle und inspirierende Leute niemals kennengelernt. Anschließend gab sich der Präsident der Wirtschaftskammer Jürgen Bodenseer die Ehre. Bodenseer bekräftigte, es gebe kaum etwas Schöneres als Unternehmertum. Man sei jeden Tag aufs Neue gefordert, könne aber auch jeden Tag etwas weiterbringen. Der WK-Präsident sprach auch kurz seine eigene Karriere an und erklärte, er habe sein Jus Studium eigentlich gar nie gebraucht, aber zu seiner Zeit musste man einfach studieren, um studiert zu haben. Heute sei das anders. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer aus den verschiedensten Sparten würden dies beweisen. Das wichtigste sei wohl der Wille zum Gründen.

Die Prämierung erfolgt beim Jungunternehmerpreis innerhalb von drei Kategorien (Neue Ideen-Neue Produkte-Neue Märkte, Kreative Dienstleistung, Moderne Tradition)  plus einer Startup-Sonderkategorie. Eine Fach-Jury, die sich aus unternehmerischen Expertinnen und Experten zusammensetzt, hatte zuvor die heurigen Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt. Diese wurden dem Publikum jeweils in kompakten Videobeiträgen vorgestellt, je Kategorie gab es drei Sieger.

 Kategorie Neue Ideen – Neue Produkte – Neue Märkte: Ich gründe, also bin ich

Dominik Jenewein konnte sich mit seinem Unternehmen Jewa Profi Maßmöbel in der ersten Kategorie durchsetzen. Er betonte, wie wichtig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als das A und O jeder Firma seien, ohne die nichts gehen würde. Er wolle in seinem Markt der größte Player in Österreich werden, und gab den Zuhörerinnen und Zuhörern eine Weisheit mit auf den Weg: „Selbstständig werden macht für mich den Unterschied, ob ich da bin oder nicht“. Ich gründe, also bin ich.

Die weiteren Plätze teilten sich Simon Falkensteiner von der RateBoard Gmbh (Software für Hotels) – bis Ende 2019 wolle man die 1000 Hotels knacken – und Anna Maria Millinger von Vertical Up, einem Event-Unternehmen, das ungewöhnliche Rennen auf Ski-Weltcup Strecken organisiert. Einzige Regeln: Von unten nach oben und nicht motorisiert. 2016 war der Hahnenkamm in Kitzbühel mit dabei. Was es nicht alles gibt.

Kategorie Kreative Dienstleistung: Nie zu alt zum Gründen

Bernhard Höppberger gelang in der Kategorie „Kreative Dienstleistung“ der Sprung an die Spitze. Sein „Ein-Mann-Unternehmen“ TFD Consulting Engineer (Maschinenbau) hat sich das Motto „planen – überwachen – prüfen – messen“ auf die Fahnen geschrieben. Sein Geheimnis: Er sei der einzige Österreicher, der fürs Feuermachen Geld bekomme. Das können sonst nur Politiker von sich behaupten.

Der Mikrobiologe Günther Gapp von Gapp Quality ist der Beweis, dass man nie zu jung zum Gründen ist. Er freute sich „so kurz vor der Pension“ als Jungunternehmer mit dem zweiten Platz geehrt zu werden.

Wie gut die Konkurrenz beim Jungunternehmerpreis ist, zeigt der dritte Platz. Der ging nämlich an Lukas Furtenbach von FF Film Furtenbach Adventures. In diesem Unternehmen herrschen flache Hierarchien, dafür will man hoch hinaus. So hoch, dass es bereits zum Weltrekord gereicht hat: Mit einer Kameradrohne flog man auf den Gipfel des Mount Everest. Eine Flughöhe von über 8000m hat zuvor keine Drohne erreicht. In Tirol reichte es heuer trotzdem nur zum dritten Preis. Diesen wollte man ursprünglich per Drohne überreichen. Dazu kam es leider nicht.

Kategorie Moderne Tradition: Alt, aber Neu

In der Kategorie „Moderne Tradition“, konnten sich Richard Leitgeb und Alexander Platter von der Secureo Gmbh („Sicherheitstechnik von morgen“) durchsetzen. Sie vertreiben Online-Tresore, lieben Tirol und lieben die Berge. Auch in ihrer Branche wollen sie den Gipfel erreichen.

Platz Zwei ging an Nikolaus und Alex Pedarnig von UNIDATA.FORST, einem Ingenieurbüro für Forstwirtschaft. Ihr Motto: „Natur – Heimat – Unternehmertum“. WK-Präsident Bodenseer durfte sich von ihrer Arbeit sogleich persönlich überzeugen. Wie bei einem Baum, wurde seine geometrische Größe erfasst. Das Ergebnis: stattliche 1,83m.

Den dritten Preis konnte Markus Renk von der Medici Buchhandlungs Gmbh (Wagnerische) ergattern. Er macht der Kategorie alle Ehre. 2015 übernahm er die Wagnerische in Innsbruck. Dieses Buchhaus lässt sich bis ins Jahr 1639 zurückverfolgen. Renk blickt auch auf eine lange Tradition von Veranstaltungen, Lesungen und Autoren-Meetings zurück. Sein claim: alt, aber neu.

 Sonderkategorie Startup: „Als Start-Upper bin ich Chef und Putzfau zugleich“

Sieger der Sonderkategorie war Johannes Hilbe mit seiner Cubilehealth Gmbh. Dieses Unternehmen ist das „unicorn“ unter den Innsbrucker Startups und räumt derzeit alles ab. Vor allem die enorme Medienpräsenz konnte Cubile (lateinisch für „Lagerstätte“, „Schlaflager“) für sich nutzen. Kern der Sache: Eine kleines, isomattenartiges Gerät, das durch Sensoren unter anderem Herz- und Atemfunktionen misst, unter die Matratze gelegt werden kann und – in Verbindung mit einer App – Daten für die Optimierung der Schlafqualität liefert. Cubile – der neue Renner im Pflegebereich.

 Was war sonst noch?

Der Abend fand seinen Ausklang bei einem Gala-Dinner. Nach der ausgiebigen Verleihung, durften sich die Gäste schließlich kulinarisch verwöhnen lassen. Am Presse-Tisch ging es recht lustig zu. Der Wein hat uns gemundet.

Fazit: Die Wirtschaftskammer ließ sich beim 9. Tiroler Jungunternehmerpreis nicht lumpen. Daher kann der neue Slogan der Jungen Wirtschaft eigentlich nur lauten: Preise verleihen kann ich.

 

Die Preisträger auf einen Blick:

Kategorie Neue Ideen – Neue Produkte – Neue Märkte

  1. Platz Dominik Jenewein – Jewa Profi Massmöbel Gmbh 
  2. Platz Simon Falkensteiner – RateBoard GmbH 
  3. Platz Anna Maria Millinger – Vertical Up 

Kategorie Kreative Dienstleistung

  1. Platz Bernhard Höpperger – TFD Consulting Engineer e.U. 
  2. Platz Günther Gapp – Gapp Quality GmbH 
  3. Platz Lukas Furtenbach – FF Film Furtenbach Adventures GmbH 

Kategorie Moderne Tradition

  1. Platz Richard Leitgeb und Alexander Platter – Secureo GmbH 
  2. Platz  Nikolaus Pedarnig – UNIDATA.FORST Ingenieurbüro für Forstwirtschaft 
  3. Platz  Markus Renk – Medici Buchhandels GmbH 

 Sonderkategorie Startup

  1. Johannes Hilbe – Cubilehealth GmbH 

 Videobeiträge der Sieger unter:

https://www.wko.at/Content.Node/iv/Auf-der-Siegerstrasse-Jungunternehmerpreis-Tirol-25.11.2016.html