Tirol hat vieles, nicht nur die Berge. Aber vor allem die Berge ziehen die Menschen seit jeher in die Alpenregion. Nicht nur für Tourismus, Kulturbesuche oder für das Wirtschaften sondern vor allem auch um Sport zu treiben: Wandern, Schwimmen im Sommer oder Ski fahren und Snowboarden im Winter. Seit sechs Jahren gibt es noch eine Option, die immer bekannter und unter Insidern schon als Geheimtipp gilt: Vertical Up. Diese Veranstaltungen finden in Tirol nicht nur die besten Voraussetzungen wie hohe Berge und Schnee, sondern auch Orte mit einem gelungenen Ambiente und supermotivierte Teilnehmer. Anna-Maria Millinger nahm sich für uns Zeit. Sie ist die Pressesprecherin vom Streif Vertical Up und Geschäftsführerin der Vertical Up Tour.

 What the f…is Vertical Up and their Vision?

Millinger erklärt uns, dass das Ziel es sei, die originalen Weltcupstrecken im Winter in der Nacht vertikal und so schnell als möglich zu bezwingen. Sie ergänzt: „Das Streif Vertical Up gibt es bereits seit 2011 und meine Vision war es, das Vertical Up auf weitere Weltcupstrecken auszubauen. Seit 2016 sind Hinterstoder, Madonna di Campiglio, Kitzbühel und Wengen bei der Tour dabei, 2017 kommt die Saslong Abfahrtsstrecke in Gröden dazu. 5 Destinationen in 3 Ländern jedes Jahr. Weitere Destinationen befinden sich im Aufbau.

Von der Idee zur Umsetzung

Das Streif Vertical Up in Kitzbühel ist 2010 als verrückte Idee von ein paar Freunden der Geschäftsführerin entstanden. Ein paar Monate später fand das erste Streif Vertical Up im Februar 2011 in Kitzbühel auf der legendären Abfahrtsstrecke statt. In Kitzbühel zählt das Event mittlerweile ein Teilnehmerlimit von 1.000 Teilnehmern. „Der Weg zur Vertical Up Tour war nicht immer ganz einfach, aber wir haben mit den neuen Austragungsorten gute Partner gefunden,“ kommentiert Millinger.

Ja, interessant…aber lässt sich das verkaufen?

Anna-Maria erzählt, dass es in jedem Austragungsort eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen dem Tourismusverband, der Bergbahn, einem lokalen Verein und ihr gibt. Essentiell sei es, dass alle an einem Strang ziehen, sodass eine tolle Veranstaltung mit einem einmaligen Flair garantiert werden kann. „Die Tour 2016 fand bereits nach dem ersten Mal europaweite Beachtung mit einer Medienreichweite im Millionenbereich,“ fügt Millinger stolz hinzu. Zusätzlich werde um eine einheitliche Bildsprache zu schaffen auf der gesamten Vertical Up Tour mit einer Film- und Fotografencrew zusammengearbeitet. Kunden? Aber wie! Interessant ist es, dass es hier zwei Klassen gibt. Zum einen die traditionelle Klasse für die Profisportler, also der Speedklasse, zum anderen gibt es aber auch die Rucksackklasse, wo jeder mitmachen kann, der einmal am Abend eine Weltcupstrecke von unten nach oben bezwingen möchte. Für alle Unsportlichen unter den Lesern gibt es Erfreuliches, „hier gewinnt auch nicht der oder die Schnellste, sondern die Person, die am nächsten an der Mittelzeit ist,“ kommentiert die Veranstalterin.

Ziel und USP

Das Vertical Up ist eine weltweit einzigartige Veranstaltung. Für den großen Erfolg scheint es der Gründerin nach mehrere Erklärungen zu geben. Einerseits sei es der einzige Abend an dem es erlaubt sei die Weltcupstrecken zu begehen, andererseits spielten die klingenden Namen wie zum Beispiel Streif, Lauberhorn und Saslong sicherlich eine große Rolle und zusätzlich könne es doch auch ein Erfolgsfaktor sein, dass jeder mitmachen kann, egal ob Läufer mit Spikes, mit Steigeisen, Langlaufski mit Felle, Tourenski, Schneeschuhe, Barfuß,… – es ist alles erlaubt. Die Empfehlung Millingers, „beste Ausdauer, beste Technik mit optimalem Material gewinnt.“ Das sie zu den klaren Gewinnern zählen ist klar, 2016 nahmen über 3.000 Personen aus 14 Nationen bei der Vertical Up Tour teil. Ihr Ziel scheinen sie zu erreichen, den Teilnehmern ein einzigartiges, unvergessliches Erlebnis zu bereiten und sie zum Sport zu motivieren.

Die Regeln des Wettkampfes

Der „Clou“ an der ganzen Geschichte sind die Regeln – es gibt keine! „Freie Materialwahl, solange alles aus eigener Kraft angetrieben wird (kein Motor), und freie Streckenwahl“, fasst die Gründerin zusammen. Es gibt zwei Klassen: in der Speedklasse gewinnen der und die Schnellsten, in der Rucksackklasse geht es hauptsächlich um den Spaß, hier gewinnt man mit der Mittelzeit. Zudem gibt es noch diverse Kategorien wie zum Beispiel die Bezirkswertung, die Best-Dressed Wertung und die Team-Wertung.

Destinationen und Highlights

Bei der Vertical Up Tour gibt es fünf Tourstops in drei Ländern. Jede Strecke hat ihre Besonderheiten. Millinger berichtet erfahren, dass in Hinterstoder die Steilhänge den Sportlern alles ab verlangen würden, in Gröden die Kamelbuckel nicht zu unterschätzen sein, in Madonna di Campiglio-Pinzolo man kein Flachstück in dem man mal verschnaufen könnte hätte, die Mausefalle in Kitzbühel mit 85 % Steigung eine Herausforderung für alle Teilnehmer sei und dann noch die Lauberhorn-Strecke in Wengen, die längste und höchstgelegenste Vertical Up Strecke sei. Jede Strecke sei einzigartig und deshalb auch ein unvergleichliches Erlebnis für die Starter.

Der dritte Platz

Die auf Nachhaltigkeit schauende Unternehmerin hat den dritten Platz beim diesjährigen Jungunternehmerpreis geholt. Noch eine größere Leistung dafür, dass die Vertical Up Tour eine One-Woman-Show ist. „Ich arbeite sehr eng mit den jeweiligen Tourismusverbänden, Bergbahnen und Skiclubs vor Ort zusammen. Das Vertical Up finanziert sich durch Startgelder und durch die finanzielle Unterstützung von Sponsoren“, kommentiert Millinger.

Nicht vergessen, die nächsten Highlights 2017 sind: 07.01. Hinterstoder (Aut), 21.01. Gröden (Ita), 28.01. Madonna di Campiglio-Pinzolo (Ita), 25.02. Kitzbühel (Aut), 25.03. Wengen (Sui).

P.S.: Noch ein Tipp für jeden der gewinnen will sei hier angebracht – Vorbereitung ist das A und O. Die Steigungen von bis zu 85% sind nicht zu unterschätzen, sodass es Sinn macht die Strecke vorher mal abzufahren. Gutes Gelingen!

Copyright der Fotos:Michael Werlberger